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 Teradaya Ryokan

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Huang Li
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BeitragThema: Teradaya Ryokan   So Jan 11, 2015 8:41 pm

Teradaya Ryokan


Inhaber: Isuke VI und seine Frau Otose





Außen Ansicht:
 


Zimmer Ansicht:
 

Ein Ryokan (jap. 旅館, wörtlich: Reisegasthaus) ist ein traditionell eingerichtetes japanisches Hotel.

Die Zimmer sind typisch japanisch gestaltet: Die Böden sind mit Tatami-Matten (Reisstrohmatten) ausgelegt, die Schiebetüren (Shoji) mit Washi (leicht durchsichtigem Papier) bespannt und im Zimmer ist ein kleiner, leicht erhöhter Bereich, der Tokonoma (床の間) genannt wird und in dem ein Blumengesteck stehen oder eine Kalligraphie hängen kann. Es gibt auch eine hölzerne Veranda, die mit Schiebetüren vom Zimmer abgetrennt werden kann.

Im Teradaya Ryokan gibt es ein großzügiges Gemeinschaftsbad (Onsen oder Sentō genannt) und Aufenthaltsbereiche im Unteren Bereich, die von allen Gästen genutzt werden können. Die Schuhe werden am Hoteleingang ausgezogen, wobei meist ein Angestellter diese entgegennimmt und wieder aushändigt. Im Teradaya Ryokan werden die vom Hotel bereitgestellten Hausschuhe getragen. Es ist auch möglich, den bereitgestellten Yukata im Haus und außerhalb zu tragen.

Wenn man ein Zimmer im Teradaya Ryokan bezieht, steht im Raum lediglich ein etwa 30 cm hoher Tisch, auf dem zum Empfang grüner Tee und für die Region typisches Gebäck oder eine entsprechende Süßigkeit bereitstehen. Auch das Abendessen und das Frühstück wird oft hier serviert, in einigen Fällen jedoch auch im hauseigenen Restaurant oder Speisezimmer. Die Mahlzeiten sind traditionell japanisch und normalerweise sehr üppig.

Nach dem Essen wird der Tisch von Bediensteten in einen Nebenraum gestellt und die Futons ( Eine dickere Baumwollunterlage und eine Baumwolldecke) auf den Tatami-Matten als Nachtlager ausgebreitet. Am Morgen werden sie wieder entfernt.

Aber es können auch Tagesgäste in das Teradaya Ryokan, bzw. in dessen Restaurant kommen um dort zu speisen und zusammen zu sitzen.

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Zuletzt von Huang Li am So Jan 25, 2015 3:02 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Luciano Terracciano
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BeitragThema: Re: Teradaya Ryokan   So Jan 18, 2015 3:08 pm

Er war immer wieder stolz darauf, "Vorkehrungen" getroffen und sein Budget bereichert zu haben. So konnte man sich doch auch einmal etwas Feines zum Mittagessen gönnen! Der Händler hatte keine Ahnung, was für ein Restaurant oder Gebäude ihn hier erwarten würde, da er die Schrift der Japaner überhaupt nicht lesen konnte. Oder zumindest erkannte er nur ganz wenige, unbedeutende Zeichen.
Die Innenaustattung, Tische, Stühle und alles weitere sprachen jedoch eine Sprache für sich: Hier gab es Esswaren, bereits fertig gekocht, serviert! Jetzt galt es lediglich, sich die Unwissenheit nicht anmerken zu lassen und sich den Magen zu bereichern! Falls es gut schmecken würde, müsste natürlich bezahlt werden. Immerhin könnte er dieses Restaurant dann ja auch ein anderes Mal noch in Betracht ziehen. Wenn es aber scheusslich ausarten würde... nunja, dann würde er wohl eher nach einem geeigneten Fluchtweg Auschau halten müssen.

So betrat er das als Restaurant vermutete Gebäude, blieb jedoch relativ nah am Eingang stehen, da er nirgendwo etwas von den Benimmregeln gelesen hatte. Durfte man sich einfach hinsetzen? Oder wartete man auf einen Empfang? - Ihm fehlte jegliches Wissen darüber. Somit blieb er lieber stehen. Sollte man sich denn einfach hinsetzen dürfen, so würde ihm das bestimmt angeboten werden. Dies stellte er sich auch als die angenehmere Situation vor, als wenn man ihn auffordern würde, den Sitzplatz zu wechseln.
Der grosse, schwere Sack mochte wohl zu einem seltsamen Gesamtbild beitragen. Kurz überlegte der Orangerotschopf ja noch, seine Waren irgendwo in der Nähe zu verstecken, um einen weniger verdächtig wirkenden Eindruck zu hinterlassen. Dann jedoch siegte das Misstrauen, weswegen sein "Gepäck" dabei sein musste.
Ausserdem könnte er somit vielleicht noch ganz praktische Geschäfte verrichten! Klar, "Werbung" wäre an einem derartigen Ort vielleicht unerwünscht, doch Luciano würde sich davon nicht abhalten lassen. Sollte sich irgendwo ein passendes "Opfer" zeigen, so würde dies sogleich belästigt werden. Somit traf man ab und zu auch interessante Leute: Choleriker, Narzissten, naive Tanten... Er hatte auch bei den Japanern bestimmt schon beinahe die komplette Palette an Menschen gesehen. Spielten sich auf, als wären sie "anders" als die Ausländer, aber bis auf die Kultur, Benimmregeln und dergleichen hatten sie ähnliche Wesenszüge wie die Leute, die Luciano im Westen kennengelernt hatte. Das hiess aber nicht, dass sie sich nicht anders verhielten!
Nunja, gerade diese Unterschiede trieben ihn immer wieder dazu, sich ein Spässchen zu erlauben und Waren aufzuschwatzen. Die Menschen waren also zumindest im Verhalten, was man äusserlich sieht, doch anders.
Für Luciano änderte sich deswegen nichts. Im Kern waren sie seiner Meinung nach ähnlich gestrickt wie Menschen aus anderen Ländern. Wozu also diese Verabscheuung? Dieser Ausländerhass missfiel ihm, so war ihm das als Ausländer bestimmt nicht entgangen. Da brauchte er gar kein Schild mit "Seht mich an, ich bin ein Gaikokujin!" zu tragen, so verrieten ihn bereits die Haare von Weitem. Der Italiener wusste darüber lediglich, dass es mit den Ereignissen, die sich bereits vor seiner Ankunft auf der Insel abspielten, zu tun hatte. Aber hey, sein Heimatland wurde jahrelang von fremden Mächten kontrolliert und unterdrückt. Er sollte es eigentlich ganz gut nachvollziehen können. - Und doch nicht. Dass alle in denselben Topf geworfen wurden, das verärgerte ihn an der Problematik am meisten. Er selber hatte sich schliesslich eine Dame aus Frankreich besorgt! Nach allem, was geschehen war.

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Huang Li
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BeitragThema: Re: Teradaya Ryokan   So Jan 18, 2015 6:42 pm

In diesem wie auch in vielen der anderen Ryokan, gibt es einen speziellen Mechanismus an der Tür, der ein Signal an die Personalräume weiter leitet. Dieses Signal ist im Teradaya Ryokan ein kleines leises Glöckchen, welches in der Küche in den Aufenthaltsräumen sowie im Keller angebracht wurde. Da es nicht viele Personen sind die in diesem Lokal arbeiten, dauert es nicht lange eh sich jemand findet, der den neuen Gast im Eingangsbereich begrüßt.
So auch heute. Kaum war der neue Gast, der sich als ein Fremder aus dem Ausland entpuppte, durch die eingangstürgetreten, konnte man einige Meter entfernt schnelle Schritte durch den Holzflur vernehmen. Die Hausherrin Otose war auf dem Weg zum Eingang um ihrer Pflicht nachzugehen, da ihre Bedienung Huang gerade ein paar andere Gäste bediente und ihr Mann Isuke ein neues Fass Sake aus dem Keller herauf brachte.
Mit einem strahlenden Lächeln tauchte die etwas ältere Dame vor dem Ausländischen Gast auf. Sie verbeugte sich und neigte ihr Haupt wie es üblich war. „Willkommen, willkommen. Bitte ziehen sie ihre Schuhe aus.“ Sprach sie ganz langsam in Japanisch. Sie hob ein paar Hausschuhe auf und stellte sie dem Gast an den Rand des Absatzes der in das Gebäude führte. Zusätzlich streckte sie ihre Arme aus um ihm sein Gepäck oder Überwurf abzunehmen.
Als dieses Ritual beendet war, bot sie ihm mit dem Arm ihr in den Gang zu folgen. Sie ging ihn ein paar Meter ehe sie eine Schiebetür zu ihrer Rechten öffnete und den Herren herein bat.
Kaum war der Gast in dem Zimmer rief sie den Gang entlang im schnellen Japanisch. „Huang flinke Beine wir haben einen neuen Gast von weither bring schnell Sake.“
Dann richtete sie sich wieder zu ihrem Neuling. „Möchte der Herr Speisen? Oder auch über Nacht bleiben?“

Huang währenddessen war gerade in der Küche angekommen und füllte eine Sakeflasche nach, als der Ruf sie erreichte. Sie hatte heute nicht wenig zu tun, vor allem da wider einige der Trunkenbolde anwesend waren. Der Sakefluss durfte nicht abnehmen, sonst würde es nur unnötig ärger geben. Aber schnell füllte sie noch eine weitere Flasche, brachte die erste weg und nahm die zweite mit einem flachen kleinen Schälchen, aus dem traditionell Sake getrunken wurde, dazu. Beides stand fein säuberlich auf ihrem Tablett, als sie vor der Tür kniete, das Tablett beiseite schob und mit beiden Händen die Tür weiter öffnete. Anschließend stellte sie das Tablett in den Raum und verbeugte sich so tief, das sie mit der Stirn ihre auf dem Boden abgesetzten Hände berührte. „Willkommen, werter Herr. Darf ich herein kommen?“ Langsam und mit einem Akzent belegt, sprach sie ihr noch recht langsames Japanisch und begrüßten den Gast aus weiter Ferne.

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Luciano Terracciano
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BeitragThema: Re: Teradaya Ryokan   So Jan 18, 2015 8:20 pm

Lange liess man ihn glücklicherweise nicht verloren dastehen, so wurde er sogar recht freundlich begrüsst. Dazu müsste man nicht einmal ein Wort verstehen, die Gesten sprachen bereits genügend für sich. Er verstand auch gut die Hälfte des Gesprochenen und beim Rest war er sich nicht ganz so sicher. Da die Hausherrin ihm Pantoffeln anbot, konnte sich jeoch jeder Depp zusammenreimen, dass er seine Schuhe auszuziehen hatte. Irgendwie nobel, schoss es ihm durch den Kopf und sogleich war er sich langsam nicht mehr so sicher, ob dieses Restaurant? überhaupt im für ihn erschwinglichen Rahmen lag.
Zunächst stumm, tat er wie geheissen, zog seine Schuhe aus und legte sie fein säuberlich zur Seite. Anschliessend schlüpfte er in die Pantoffeln und begann kurz zu grübeln, weswegen sie ihre Arme ausstreckte. Es sah nicht danach aus, als müsste man hier im Vorfeld bezahlen. Dafür würde eine Hand reichen. Und wenn sie eine Umarmung wollen würde, könnte sie das auch einfach offensiver gestalten. Blieb also nur noch sein "Gepäck", der Sack, den er mit sich trug. Dessen Gewicht wollte er der Dame weder zumuten, noch besass er die Intention, sein Hab und Gut je aus den Augen zu lassen. "No, no, no, no", verneinte er gleich viermal nacheinander auf Italienisch, während der Zeigefinger als zusätzliche Geste rhytmisch mitschwang.
Schliesslich folgte er der Gastgeberin, die ihm danach eindeutig zu schnell sprach. Was auch immer sie rief, er würde es wohl nie erfahren.  Lediglich das Wort "Sake" blieb stecken und... das gefiel ihm. Es war wohl doch keine blöde Idee gewesen, sich hier einmal hineinzuwagen, auch wenn er danach wohl wieder "arbeiten" müsste. Und irgendwie tat es ihm weh, bald wieder pleite zu sein. Man konnte doch eigentlich nie genügend Geld besitzen!
Bei der Frage der Hausherrin musste er abermals kurz überlegen, ob er auch alles richtig verstanden hatte. Sie hat keine Preise genannt... Oder? Anderseits kam er wirklich selten vor, dass er einen derartig freundlichen Umgang geniessen konnte. "Eine Nachte klingen gut", entschied er sich schliesslich, was dem knausrigen Teil in seinem Inneren weniger gefiel.
Er sollte diesen Entscheid jedoch nicht bereuen. Ein relativ junges Geschöpf brachte ihm Sake und Luciano fragte sich, ob er die Tatsache, dass er sich nicht daheim in Italien befand, ignorieren und sie einfach wie die Frauen in seinem Land behandeln sollte. Anderseits... das käme bestimmt nicht einmal sonderlich unglaubwürdig herüber, so hatte er doch sowieso schon den Ausländerstempel zu tragen.
Interessanterweise hörte sich ihr Japanisch auch ein wenig anders an als jenes, welches er meist zu hören bekam. "Certo! 'erein, Bambina! Willst mit mir trinken? Sake allein, schmecke gar nicht fein!" Hohoho, welch' dichterisches Talent ich doch bin~ - .....Japanisch liegt mir wirklich nicht sonderlich. Im Gegensatz zu ihr sprach er zwar relativ schnell, jedoch ziemlich gebrochen und kaum verständlich. Das brauchte ihm niemand zu sagen. Luciano schämte sich deswegen jedoch nicht - im Gegenteil. Für ihn waren die diversen Reaktionen ein wenig Abwechslung für den Alltag.

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Tao Zi Long
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BeitragThema: Re: Teradaya Ryokan   So Jan 25, 2015 12:43 pm

Die Reise an sich war weit und beschwerlich, da nur wenige Schiffe aus China nach Japan rüberfuhren und Tao somit eine geschlagene Woche in der chinesischen Hafenstadt verbringen musste um eines davon zu erwischen. Natürlich war es eins mit den besten chinesischen Waren, seien es Gewürze, feinste Seide oder Keramikarbeiten. Etwas anderes würden die Japaner auch nicht annehmen wollen, wenn es schon ausländisch sein musste, dann nur das Beste davon.
Doch Zeit war nicht das Problem des Wudangmeisters gewesen, da er diese ohne Probleme mit Training und Meditation überbrücken konnte, so wie es es im Kloster sein ganzes Leben lang beigebracht bekommen hat. In China wurde man dafür nicht einmal schien angeschaut, da man alleine an seinen Klamotten und Auftreten erkannte, dass er ein Nachkömmling des Wundang sein musste.
Auf dem Schiff hingegen bestand die Crew aus vielen verschiedenen Nationalitäten. Da waren neben den chinesischen Händlern, koreanische und vietnamesische Arbeiter, die unter sich schnell auf ihren Sprachen unterhielten, als sie die schweren Kisten mit neuer Ware auf das Schiff beförderten oder entluden. Danach kamen ein paar gefürchtet aussehende Männer, am ganzen Körper tätowiert, die ein deutlich tief aus dem Süden Thailands stammen und für die Sicherheit der Schiffsladung sorgten. Hinzu kam natürlich der einzige japanische Übersetzer, der wohl persönlich für den langbärtigen Händler aus China arbeitete. Den Herrn über die prachtvollste Dschunke mit tiefroten Segeln und genau den galt es zu überzeugen. Ein in eine orange Kutte eingehüllter Mönch und andere Zivilisten standen bereits Schlange um erhört zu werden, als Tao so clever war den Mann bereits vorher abzufangen.
"Meinen ehrenvollen Gruß an den Händler des kaiserlichen Hofes! Ich erbitte sie gnädig die Überfahrt nach Japan" meinte Tao Zi Long mit einer angenehmen fast schon singenden Stimme, als er sein Kopf leicht nach vorne neigte und die Faust sanft auf seine linke Handfläche drückte. Es war bereits dreist genug sich in den Weg des ehrenvollen Händlers zu stellen, sodass die Thai-Krieger sogleich ihre Waffen ergriffen sah, ebenfalls, auch wenn sie es nicht wussten, spürend. Die Erscheinung des Wudangmeisters sprach für sich. Als der alte sogleich eine Hand hob um sie von ihrer Dummheit abzuhalten und mit einem Blick auf sein Schwert und Kleidung schluckte "Nun....es sei dir gewährt, man sieht nicht alle Tage einen Wudangangehörigen im Tal und noch weniger sieht man einen reißenden Meister, der um eine Überfahrt in ein Land bittet, in den seine Künste vielleicht nicht so sehr geschätzt werden, wie es es verdient hätte"
Ein leises Rauhen ging durch die Menge als Tao sich wieder Streckte und von vielen Blicken begleitet ohne Anmeldung an Bord durfte.
Bei der Reise ging es ohne Vorfälle aus. Nur ein Dummkopf würde einen Ehrengast des kaiserlichen Händlers angreifen, selbst wenn dieser mehr oder weniger illegal rüber nach Japan wollte. Eine der wenigen Privilegien ein Wudang Meister zu sein, mit der Erscheinung überzeugen zu können.

Doch Japan sollte ganz anders sein. Nachdem er sich verabschiedet hatte sah er bereits im Hafen, wie anders dieses Volk war. Heißblütig, fleißig, laut und schnell wie ein Ameisenhaufen gingen die Japaner ihren Geschäften nach. Zum ersten Mal sah er seltsam gekleidete Kimonodamen mit fein bemalten Gesichtern und stolze Männer einem breiten Gang und einem seltsam geformten Schwert an ihrer Seite, die sich wohl als das berühmte Katana, das Schwert der Japaner entpuppen sollte, was er leider selbst im ungezogenem Zustand nur kurz sehen konnte. Diese Männer sahen ziemlich arrogant aus und eher Tao sich durch die Menge zu ihnen eilen konnte um sie zu grüßen, waren sie hinter der nächsten Biegung verschwunden.
Hier achtete auch niemand auf Tao, was er sehr unhöflich fand, als ob man von ihm erwartete sich dem reißenden Fluss des japanischen Volkes anzupassen oder darin unterzugehen. Seltsamerweise berührten all diese Menschen sich beim Laufen nicht, ohne den anderen auch nur anzusehen. Genau nach dieser Beobachtung musste er sich unter dem schwingenden Holzbalken des vorbeischreitenden Zimmermanns ducken. Konzentriert wich er daraufhin einem Karren zur Seite aus und stand eher er sich versah an der Schwelle des Teradaya Ryokan. Direkt neben einen seltsam aussehenden Mann der gerade in das Lokal begleitet wurde, eine rote Haarpracht trug und offensichtlich kein Japaner war. War das etwa die Auffangstation für alle neuen Nichtjapaner gewesen?
Gerade als er diese seltsame Frage gestellt hatte kam auch schon eine Stimme aus dem Gasthaus, die den Rothaarigen auf japanisch freundlich willkommen hieß und der noch vor kurzem mit dem Rücken zum Eingang stehende Tao Zi Long sich zwangsläufig nach ihr umdrehen musste und seine Kleidung dadurch sanft vom Wind gehoben wurde, eher er mit seinen Augen versuchte den Ursprung der Stimme zu finden, was ihn jedoch nicht gelang, da sie wohl irgendwo innerhalb dieser Räume war. Moment mal war da gerade nicht kaum merklicher chinesischer Dialekt hörbar gewesen? Eine ortskundige Chinesin anzutreffen, war das beste was ihm hier je passieren konnte und auch wenn es nicht der Fall wäre, so würde er wenigstens mit ihr Speisen und vielleicht ein paar nützliche Informationen austauschen können. In diesem Augenblick wurde er durch eine akzentfreie japanische Stimme einer alten Dame gerissen, die wohl die Empfangsdame und vermutlich auch die Chefin des Ladens war. Sie bat Tao hereinzukommen, was er mit einem freundlichen Danke auf Japanisch erwiderte. Auch er wurde in eines dieser Räume geführt und legte sich sanft auf seine Füße setzend sein Schwert neben sich, angelehnt an die Tischkante ab. Jetzt hieß es nur noch auf die Bedienung zu warten. So standen wohl der Italiener, als auch Tao an der Schwelle zu einem neuen Gasthaus in einem Fremden Land oder aber auch einem neuen Abenteuer und traten ein.

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Huang Li
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BeitragThema: Re: Teradaya Ryokan   So Jan 25, 2015 2:59 pm

[out: Ich muss mich bei euch entschuldigen, ich hab vergessen das Restaurant was ich ursprünglich geplant hatte raus zu nehmen. Da es wie ich raus fand damals nicht üblich war in einem Ryokan ein Restaurant zu haben, sondern jeder Gast ein eigenes Zimmer bekommt, wo er bewirtet wird. Wo wie ich es mit der Wirtin angedeutet habe, auch geschlafen werden kann. Also sitzt ihr beiden in jeweils einem anderen von den Zimmern.]



Der neue Gast, den Huang nun bewirten durfte und an dessen Tür sie nun kniete und den Kopf gesengt hielt, sprach sie auf einer ihr unbekannten Sprache an. Doch nur ein paar Worte, dann sprach auch er japanisch. Huang staunte nicht schlecht und war ein wenig froh darüber das sie durch ihre Haltung ihr überraschtes Gesicht verbergen konnte. Jedoch waren seine Worte etwas beschämend und sie überlegte kurz ehe sie reagierte wie sie ihm das verständlich machen sollte, dass dies nicht möglich war.
Dann richtete sie sich wieder auf und sah ihren neuen Gast an, nahm ihr Tablett und stand auf um an seinen Tisch zu treten und dort wieder nieder zu knien. Sie platzierte den Sake und den einen Becher vor dem eindeutig europäischen Gast.
Als sie ihren Job, ihm den Sake zu bringen, beendet hatte sah sie ihn wieder an und runzelte ein wenig die Stirn, während sie seine Züge lange und ausgiebig musterte. Europäer sahen so viel anders aus als Asiaten und hatten deshalb auch eine besondere Faszination. Besonders Huang war betroffen, denn sie war äußerst neugierig, vor allem was fremde Kulturen anging.
Huang bemerkte was sie tat und schüttelte kurz ihren Kopf wobei ihre langen feinen Haare hin und her schwangen. „ Ent-…Entschuldigung, aber ich darf nicht mit trinken. Habe mehr Arbeit, und muss mich beeilen.„ Huang stand wieder auf und ging zur Tür, an dieser angelangt drehte sie sich noch einmal zu dem Gast um und verbeugte sich leicht. „Es tut mir leid, aber wenn der Herr noch etwas möchten, dann muss er nur die Glocke läuten.“ Huang zeigte auf eine Kordel die mittig des Tisches von der Decke hing. Dann zog sie die Tür hinter sich zu und ging wieder in den Keller um Sake zu holen. Sie musste schnell die anderen ungeduldigen Gäste bewirten ehe es zum Streit und Ausartungen kam.

Als sie nun wieder auf dem Weg zu Ihnen war traf sie auf ihre Chefin, sie sie anscheinend schon gesucht hatte da sie ihr sagte sie müsse schnell in den anderen Raum, dort warte noch ein neuer Gast. Leicht seufzte Huang, und hoffte inständig dass die Saufbolde bald gingen, damit es weniger Trubel im Haus gab.
Schnell fertigte sie diese also ab, wo schon zwei der Kameraden eingeschlafen waren, dies teilte sie umgehend ihrer Chefin mit und ging dann  zu dem neu Ankömmling.

Dort vor der Tür wiederholte sie die Prozedur, die sie schon bei dem Europäischen Gast angewandt hatte. Sie kniete sich nieder öffnete mit beiden Händen die Schiebetür und stellte das Tablett ab. Dann verbeugte sie sich so, dass ihre Stirn den Boden leicht berührte. „Willkommen, werter Herr. Darf ich herein kommen?“ wieder war ihr Akzent so gut wie nicht überhörbar, und sie wartete auf die Antwort des Herren, von dem sie nicht wusste woher er kam oder wer er war, da sie bei dem Ritual den Gast noch nicht angesehen hat, sondern das erste Mal Ihn ansieht wenn er sie angesprochen hat.

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Tao Zi Long
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BeitragThema: Re: Teradaya Ryokan   So Jan 25, 2015 5:36 pm

Es verging einige Zeit seid dem betreten des Ladens. Sahen alle japanischen Läden so von innen aus? Tao fand es faszinierend, dass man hier ganz anders als in den chinesischen Restaurants auf dem Boden sitzen musste und die Gäste sich gegenseitig nicht sehen mussten. Man fühlte sich ein bisschen isoliert und konnte so auch schlecht erkennen, wer sonst noch da war und, wo etwas interessantes vor sich ging. Andererseits vermied man wohl auf diese Art und Weise, dass in den Lokalen wie diesen Kämpfe ausbrechen konnten, genau so wie Betrunkene nicht auf einander losgingen. Die Schiebetür wurde etwas zur Seite geschoben, als die bekannte japanische Stimme mit feinen chinesischen Dialekt zu hören war. Es war also die Kellnerin und keine der Gäste, die eine Chinesin war. Tao selbst lächelte zufrieden, dass er sie hier nicht überall suchen musste, nur um ein Gespräch anzufangen. "Man betont es herein kom-mén~" wiederholte Tao noch einmal auf Japanisch das von der Kellnerin gesagte und lächelte dann "...ansonsten wäre dein Japanisch tadellos, weswegen ich daraus vermuten kann, dass du bereits länger auf dieser Insel leben musst, hab ich recht? Du musst mich nicht wie die Japaner bedienen, da ich keiner bin, bitte erhebe dich und geselle dich dann, wenn möglich einen Augenblick lang zu mir" fuhr Tao mit der freundlichen Stimme nun auf Chinesisch fort. Ob die Dame sich wohl deswegen erschrecken würde, erst verbessert worden zu sein, nur um danach auf ihrer eigenen Muttersprache angesprochen zu werden? Tao versuchte dennoch seine Erkenntnisse so einfühlsam wie es nur ging zu vermitteln und hoffte einfach darauf, dass die Kellnerin nicht allzu schreckhaft ist um gleich von ihn wegzurennen. Denn es könnte sein, dass man es nicht erkennen darf, dass sie aus China ist, denn eine offizielle Ausländerin in diesem Land wäre als Gast von wichtiger Bedeutung für das Kaiserreich und würde somit sicher nicht als Kellnerin arbeiten müssen. Vielleicht dachte sie ja auch, dass Tao auf sie ausgesandt wurde um sie als illegale Chinesin in diesem Land einzufangen, als ein direkter Beamter des Kaiserreichs. Ob die Frau auch wirklich so schreckhaft war, würde es sich sicher in den nächsten Augenblicken offenbaren.

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Huang Li
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BeitragThema: Re: Teradaya Ryokan   So Jan 25, 2015 6:00 pm

Immer noch den Kopf gesenkt und auf die Antwort lauschend saß Huang an der Tür. Doch ihre Augen weiteten sich ein weiteres mal an diesem Tag als sie die Stimme des Mannes vernahm, der in dem Raum saß. Erst wurde sie auf Japanisch verbessert und dann sprach der Mann auf chinesisch. Es war lange her das sie jemanden chinesisch sprechen gehört hatte.
Plötzlich ging ihr so einiges durch den Kopf, sie musste an die Heimat denken und ihren vater. //Huang Li wirst du dich wohl zusammen reißen! Du bist bei der Arbeit.// ermahnte sie sich selber.
Dann richtete sie sich auf und sah den Mann an. Nicht nur daran das er chinesisch konnte sondern nun auch an seiner Erscheinung war eindeutig fest zu machen, das er aus ihrer Heimat stammen musste. Die Körperhaltung, die Kleidung, wie er die Haare trug und selbst seine Mimik schrien es geradewegs heraus.
Am liebsten wäre Huang zu ihm gestürmt und hätte in bei den schultern gegriffen und geschüttelt während sie ihn mit Fragen löchern würde. Doch sie biss sich nur leicht auf ihre Unterlippe, lehnte sich nach hinten um kurz in den Gang zu schauen, ob keiner dort war und begab sich wie zu vor bei dem Europäer, mit dem Tablett an den Tisch. Vorher jedoch schloss sie die Tür leise.
Als sie den Sake auf den Tisch gestellt hatte, sah sie ihn mit recht großen Augen an.
“Entschuldigen sie, ich kann ihnen nicht lange Gesellschaft leisten. Da wir noch andere Gäste im Haus haben. Aber ich antworte ihnen gern, da man in Japan sehr wenige Chinesen antreffen wird, ist es eine Abwechslung für mich frei reden zu können.“ Etwas beschämt, was sie selber nicht recht verstand, sah sie die Tischplatte an, nur um ihn nicht an sehen zu müssen. “Ja ich bin schon fast ein Jahr in Japan. Gibt es in der Heimat immer noch Krieg? ...Ich habe mich langsam an die Sprache und die Umgangsformen gewöhnt. …..Auch wenn sie kein Japaner sind und auch nicht so behandelt werden wollen, muss ich dies leider tun, da ich sonst großen Ärger bekomme. Ich vermute sie sind gerade erst angekommen? Sie sollten über Nacht in unserem Haus bleiben und sich ausruhen, sie sehen müde aus.“ Huang sah immer wieder zu der Tür und lauschte nach Schritten, da sie vermutete das ihre Chefin jeder Zeit auftauchen könnte. “ Wie gesagt ich kann nicht lang bleiben. Entschuldigen sie meine Neugier, aber sind sie aus einem bestimmten Grund hier? Also offiziell oder machen sie Urlaub?“ bei dem letzten fing Huang an leise zu kichern. Es war schwer vorstellbar das ein Chinese in Japan zu dieser Zeit Urlaub machen würde.

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Tao Zi Long
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BeitragThema: Re: Teradaya Ryokan   So Jan 25, 2015 6:44 pm

Der Schwertmeister hatte Glück, denn gerade als sie von ihm die chinesische Sprache zu hören bekam wurde sie um so neugieriger, was die unglaublich groß gewordene Augen in denen die Überraschung sehr groß geschrieben stand, verrieten. In diesem Augenblick erfüllte sich sein Herz wohl gleich doppelt mit Freude und ihm wurde leicht schwindelig, sodass er sogleich nach seinen Seidentuch greifen musste um sich die feinen Bluttropfen aus der Nase wegzuwischen. Wie peinlich es passierte schon wieder, eine wunderschöne Frau die ihn aus den Gleichgewicht brachte und das obwohl Tao noch kein Wort von sich geben konnte. Er wurde bleich und hustete seinen Kopf etwas gesenkt, während er gegen die Schockstarre ankämpfte. Würde er ihren Körper genauer inspizieren so drohte er zu verbluten, weswegen er es tunlichst vermied, während die Gute auf ihn einredete wie ein Wasserfall "Agh.....ich.....danke euch...." meinte er etwas zitternd dafür, dass er so eine Schönheit zur Gesicht bekommen durfte, bevor er sterben konnte. Wäre er kein Mönch gewesen, der noch nie eine wunderschöne Frau seid Jahren so gesehen hätte, dann würde man ihn ohne Umwege sofort in der Kategorie der Lustmolche eingestuft. Denn sicher war sie verwirrt, was mit dem Wudangmönch los war und wieso es nur noch schlimmer wurde, als sie sich neben ihn setzte. Mit dem Taschentuch aus Seide an der Nase und gesenktem Blick fuhr er nach einiger Zeit sehr schwer atmend fort. "...soo viele Fragen und nur so wenig Zeit, verratet mir doch erst euren Namen edle Schönheit" meinte er etwas schluckend. Dass sie ihn an seinen Kleidern und Schwert nicht erkannt hatte, bewies nur noch, dass sie wohl länger hier war und auch, dass sie sich als Kellnerin durchschlagen musste. Fasziniert war er jedoch von ihrer Freundlichkeit und Furchtlosigkeit und das während solchen schwierigen Zeiten, wo doch ein jedes falsche Wort, an ein falsches Ohr treffen könnte und sie einerseits für Landesverrat hingerichtet oder andererseits aus japanischer Sicht des Landes verwiesen werden könnte.

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BeitragThema: Re: Teradaya Ryokan   So Jan 25, 2015 7:02 pm

Irgendwie war es komisch wie er sie während sie ihre Fragen stellte ansah. So ein bisschen als hätte er vor etwas Furcht, und dann das er sich die ganze Zeit ein Taschentuch vor die Nase und den Mund hielt.
Sie rutschte etwas weg von ihm, und schnuppert so unauffällig wie möglich ob sie unangenehm roch, das er sich das Taschentuch davor hielt. “entschuldigt wenn ich euch zu nahe trat. Und meine Unhöflichkeit bitte auch. Mein Name ist Huang Li, erfreut euch kennen zu lernen. Doch bitte sagt doch, wie stets um die Heimat? Und weshalb seit ihr nun hier?“
Huang kam gar nicht der Gedanke das sie von irgendwem verraten werden könnte oder ähnliches, dann war es halt so, sie war schon viel zu lange hier und hatte so viel gelernt, das sie kaum noch auffiel. Zudem war sie ja nicht Schutzlos, sie hatte immer noch ihr Tai-Chi und ihren Fächer zur Verteidigung. Man sah es ihr nur nicht an, da es in Japan nicht gang und gebe war das eine Frau vor allem keine die aussah wie Huang, kämpfen konnte. Hier war es so das die Frauen Kinder, Küche und Haushalt hüteten und schön auszusehen hatten. Etwas wie schwere Arbeit oder Politik oder gar Kämpfen waren für Frauen verpönte Sachen. Genauso wie es verpönt war das eine Frau wie -Huang immer noch keine eigene Familie hatte geschweige denn einen Mann und selber arbeiten musste. Aber ihr blieb nun mal nichts anderes übrig. Huang fragte sich ob der Mann vor ihr erkennen würde das sie keine einfache Frau ist sondern eine gelehrte Kampfsportlerin, denn er trug auch eine Waffe bei sich und der Körper der sich unter seiner Kleidung abzeichnete, wie Huang bemerkte, als sie ihn anfing zu mustern, war auch keiner eines einfachen Bauern oder Diplomaten. Jedoch ein Soldat war er auch nicht, er hatte eine andere Ausstrahlung als ein Soldat. Davon abgesehen artikulierte und redete er kultivierter. Sogar kultivierter als die Schüler ihres Vaters. Huang sah wieder zur Tür hin und dann wieder den Mann an.

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BeitragThema: Re: Teradaya Ryokan   So Jan 25, 2015 7:29 pm

Der Klang und die Bedeutung ihres Namens machten die Sache nicht gerade besser. Eine schöne Blume war sie in der Tat und somit passte dieser sehr gut zu ihr. Er schluckte wieder und konzentrierte sich, als er sich ihr Gesicht noch einmal in seinem Kopf vorstellte und sich selbst so abhärtete zumindest ihren Kopf und die Körperumrisse ansehen zu können um nicht mehr zu verbluten. Es half scheinbar gut, denn nun hörte es langsam wieder auf und er konnte sein Kopf heben um die Dame neben sich normal anzusehen "Verzeiht...diese seltsame Krankheit weicht mir nicht mehr von der Seite, seit dem ich das Wudang Kloster verlassen habe um mich auf die Reise zu machen unsere Kampfkunst in der Welt bekannt zu machen und gleichzeitig von der Welt zu lernen" kurz gesagt war er ein wandernder Schwertkämpfer aus China. Sollte sie nun genauer hingesehen haben würde sie die Wudang Kleidung erkennen, genau so wie auch zu der Erkenntnis kommen, dass er ein Mönch war, der scheinbar sein halbes Leben lang keine Frauen zur Gesicht bekam und deswegen so reagierte. Doch die positive Erkenntnis wäre wohl, dass er ein Meister seiner Kampfkunst sein durfte, wenn man ihm diese selbst in Japan zu repräsentieren erlaubte und kein Beamter der eigene Landsleute jagen würde. "Mein Name ist Tao Zi Long und ich bin sehr erfreut mich euere Bekanntschaft machen zu dürfen Huang Li" meinte er nun sein Seidentaschentuch wegpackend und machte danach einen Kung Fu Gruß, während er sein Haupt ein bisschen nach vorne neigte um ihr seinen Respekt zu erweisen. Warum er das tat? Damit sie die letzten Zweifel verlor, er würde ihr was schlechtes wollen oder sei lediglich ein wandernder Lustmolch. Doch auch er bekam keine offizielle Genehmigung frei in Japan wandern zu dürfen und würde sicher Probleme mit den Regierungsbeamten bekommen, sollten sie aus irgend einem Grund auf ihn aufmerksam geworden sein. Ein Mönch verstand zudem nicht viel von Politik, doch er wollte auch die Schönheit nicht im Ungewissen lassen, weswegen er darauf antwortete "Krieg wird es wohl immer geben ich habe selbst davon gehört, dass er diesen teilweise selbst hierzulande geben soll....jedoch glücklicherweise nicht mehr in allen Teilen des Landes, Aufstände und Gedanken den Kaiser zu stürzen gab es schon lange vor unserer Zeit....jeder hat eine andere Weltansicht" meinte er seine Erzählung über die Heimat abschließend um ihr nicht die schmerzlichen Details von den Folgen des Krieges, wie Hungersnöten und Elend in solchen Landesabschnitten berichten zu müssen.

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Huang Li
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BeitragThema: Re: Teradaya Ryokan   Mo Jan 26, 2015 6:36 pm

Das er ein Kämpfer war hatte sie schon gesehen aber ein Mönch? Und dann hatte er eine Krankheit? Also ihr kam es ja so vor als würde seine Krankheit eher an seiner Enthaltsamkeit liegen, da er sie gar nicht richtig ansehen konnte, und immer wieder wegsah.
Mit erstauntem Gesicht, nachdem er sich vorgestellt hatte, entgegnete sie seinem Gruß auf gleiche weise. Für sie war dies nicht unnatürlich da sie den Gruß sehr wohl kannte. “Ein Mönch? Verzeihung sie Tao Zi Long aber ich dachte immer Mönchen hätten weniger bis gar keine Haare. Und ich dachte auch das sie nur durch China reisen und nicht in andere Länder. Das verwirrt etwas.“
Jedoch verriet seine Herkunft die er gerade bekundet hatte, wenigstens warum er bei dem Namen Li nicht groß reagiert hatte. Denn bei den Mönchen in den Bergen schien ihre Familie nicht so ein großes Thema wie in den Provinzen zu sein. Denn bei den normalen Chinesen war ihre Familie bekannt wie ein bunter Hund. Sobald sie ihren Namen preisgab war sie entweder von Verehrern, Schüleranwärtern oder hilfesuchenden nicht mehr zu retten gewesen. Doch bei dem Mönch löste es keine Emotionen aus.
Nun sah der Tao Zi Long sie etwas länger an und schon lief wieder ein feiner streifen roten Blutes aus seiner Nase. Schnell und mit fließenden Bewegungen zog sie selber ein Taschentuch hervor und tupfte das Blut aus seinem Gesicht. “Ihr solltet besser auf euch acht geben.“ sprach sie und setzte sich etwas weiter von ihm weg.
Plötzlich gab es laute Stimmen auf dem Flur. Sie klangen lallend und waren eindeutig männlicher Natur. Doch war auch eine Frauenstimme zu vernehmen. Es war die Chefin des Hauses die die betrunkene Gruppe hinaus warf, wie fast jeden Abend.

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Zuletzt von Huang Li am Di Jan 27, 2015 1:18 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Teradaya Ryokan   Mo Jan 26, 2015 10:31 pm

Tao Zi Long musste vor Freude lachen, denn Huang Li war wirklich ein aufgewecktes Mädchen gewesen. Eifrig ahmte sie den Kung Fu Gruß nach, obwohl sie selbst bestimmt gar nichts damit zu tun hatte oder? Nun er verzichtete auf die Förmlichkeiten sie zu Tadeln, dass dieser ausschließlich für die Kung Fu Leute erlaubt war, diesen zu benutzen.
"Ein Mönch ohne Haare? Ihr habt wohl in eurem Leben nicht so viele Mönche getroffen mit der Ausnahme der Shaolin wie es scheint, die in der Tat kahlköpfig sind" meinte er freundlich lachend, was so viel klang wie ein erfrischender Wasserfall im Frühling, als er mit seiner angenehmen Singsangstimme fortfuhr,
"in Wirklichkeit gibt es noch viel mehr Kampfschulen und auch Kloster, da wären noch die Emei, die Henshan, die Kuantong und die Wudang als die berühmtesten unter ihnen zu nennen, was nicht automatisch bedeuten muss, dass alle die gleiche Haarpracht und Kleidung, sowie Lebensphilosophie haben" fügte der Wudangmeister stolz hinzu. "Wir von Wudang achten auf das Gleichgewicht, das Ying und Yang in allen Dingen und leben in dem Einklang mit der Natur, weswegen unsere Kampfkunst auch...." doch weiter kam der junge Mönch nicht, doch er blutete immer noch stark aus der Nase und die junge Dame lehnte sich zu ihm vor um ihn den Rest wegzuwischen. Überrascht und erschrocken zugleich zuckte er nach dem Abtupfen etwas tollpatschig zurück und beförderte aus versehen die auf dem Tisch stehende Tasse Tee mit einem Tritt nach oben. Diese flog geradewegs in die Luft und würde sogleich auf den Boden krachen und den gesamte Flüssigkeit im Raum verteilen sollte diese niemand aufhalten können. Seine Augen folgten der Tasse genau so wie die Geschicklichkeit seiner Hände, als Tao in so einem Augenblick Tai-Chi für mehr als angebracht fand und beim nach vorne lehnen seine Handfläche nach der fallenden Tasse ausstreckte um mit der Methode der Pushing-Hands den Fall abzufedern. Normalerweise würde die Tasse ohne auf dem Boden zu zerbersten, ja sogar ohne einen einzelnen Tropfen zu verschütteln sogleich in seiner Hand landen, doch vielleicht irrte der Mönch ja sich und seine neue Bekanntschaft Huang Li dachte das Gleiche und würde auch versuchen die Tasse aufzufangen?

Währenddessen wurde es am Eingang lauter, unfreundliche Stimmen waren zu vernehmen und würde man genau hinsehen so waren es fünf Männer mit reichen, bunten Kimonos gewesen, mit ein paar Narben hier und da im Gesicht. Ab und an blitzte ein Stück eines Tattoos unter ihren Kleidern hervor, was auf einen Drachen hindeuten würde, doch dieser war eher farblos, weswegen man diese Mitglieder der Yakuza eher als niedrig einstufen durfte. Ja tatsächlich, überall wo jemand sein Geschäft führen wollte, tauchten sie auf und man durfte zwischen dem Bezahlen von Schutzgeld auswählen oder aber Gefahr laufen bei Ablehnung nicht nur sein Laden über Nacht abgebrannt zu sehen, sondern auch sein Leben zu verlieren. "Hahaha Zahltag Otose! Heute ist es wieder soweit! Ach ja und bring uns bitte zusätzlich deinen besten Sake und den besten Raum! Vielleicht noch das süße Mädchen, was bei dir arbeitet!" Als man Yakuza erkannte, gingen manche Gäste rasch, als sie schnell bezahlten um lieber schnellstmöglich das Weite zu suchen, anstatt sich unnötig in Gefahr zu bringen. Diese Leute mordeten aus Spaß und das jedes Mal, wenn ihnen der Sinn danach war. Wie es aussah hatten sie hier vor ein bisschen Spaß mit der Chinesin und auf Kosten von Otose zu haben, also Frauen die sich am besten nicht wehren konnten und die man schön ausnehmen konnte. Noch wussten sie nicht wo Huang Li war, doch auch Otose würde sehr ungern das Mädchen an diese ungehobelten Kerle ausliefern, die sonst was mit ihr treiben würden. Was würde weiterhin geschehen, konzentrierte sich Huang Li mehr auf die Teetasse und den Wudangmönch oder eher auf den Lärm am Eingang?

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BeitragThema: Re: Teradaya Ryokan   Di Jan 27, 2015 1:48 pm

Er hielt ihr tatsächlich einen Vortrag über Kampfkunstschulen, und das nur weil sie einen Scherz über seine Frisur gemacht hatte. Er war was den Umgang mit Frauen anging wirklich noch grün hinter den Ohren. Sie belächelte das alles und dann stieß der Mann auch noch gegen den Tisch. Die Sake-Tasse flog weit in die Höhe und stieß fast an die Decke. Gleichzeitig und ohne hin zu sehen streckte die junge Tai-Chi-gelehrte ihre flache Handfläche in diagonaler Bahn zu der der Tasse aus. Mit den Fingerspitzen drängte sie die Hand ihres Gegenübers beiseite und fing die Tasse mit sanfter Bewegung in der hohlgehaltenen Hand auf. Sie drehte schwungvoll und in fließender Bewegung ihr Hand vor ihrem Körper, in der Form eines Ying und Yang Zeichens, so dass die Tasse plötzlich auf ihrem Handrücken stand. Sie hielt sie dem Mann vor das Gesicht. “Ihr solltet vorsichtiger sein, der Sake ist nicht günstig und auch das Porzellan könnte euch zum Verhängniswerden wenn es zerbricht.“ Dann drehte sie die Hand wieder so dass die Tasse in ihrer Handfläche platznahm und stellte sie mit der anderen, am Rand gegriffen geräuschlos auf dem Tisch ab. “Ich möchte euch Mönch, darauf hinweisen, das Kampfkunst mittlerweile nicht mehr nur in Klöstern der Mönche gelehrt wird. Somit habt ihr einige der Stile vergessen. Zum Beispiel den meiner Familie. Der wie ich anmerken möchte nicht gerade unbekannt ist. Aber jetzt weiß ich wenigstens warum ihr bei meinem Namen keine Reaktion zeigtet.“

Der Lärm der nun anschwoll, da neue Gäste das Haus betreten hatten war ohrenbetäubend. Sie riefen nach der Chefin, was Huangs Aufmerksamkeit auf sich zog. Sie beobachtete die Schatten hinter der Tür aufmerksam. Diese ungehobelten Gäste wollten sie als Spielzeug gebrauchen? Wo dachten sie waren sie? Dies war kein Freudenhaus sondern ein Ryokan.
Beschwingt durch die aufstehende Missbilligung und das vorherige Gespräch stand Huang auf, als sie die laute feste Stimme ihrer Chefin hörte. Wenn diese nicht achtgab würde sie nicht ohne ein paar Knochenbrüche davon kommen, das wusste Huang. Sie schob die Tür auf und sah sich gleich mehreren Männern in recht farbenfrohen Gewändern gegenüber. Einer hatte Otose unsanft am Arm gepackt. “Otose-sama…“ Huang schritt an den Männern vorbei und kam ihrer Chefin zur Hilfe. Mit einem kurzen Klaps auf das Handgelenk des groben Mannes hatte sie Otose befreit und stütze sie. Dabei stand sie mit dem Rücken zu den Männern. “Ist alles in Ordnung mit Ihnen Otose-sama?“ fragte sie die ältere Dame besorgt. In ihren Augen konnte Huang angst sehen und ihr eigener Gesichtsausdruck wurde ernster. Wie oft hatten die Wirtsleute wegen diesen Verbrechern, schon die Soldaten (Polizei) holen lassen um sie hinaus zu werfen. Doch dies mal war das Fass zum überlaufen voll. Huang würde es dieses Mal nicht tolerieren, davon abgesehen wusste sie dass sie von dem Mönch sicherlich Unterstützung bekommen würde. Und somit nicht allein gegen die Männer da stand.

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Teradaya Ryokan

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