Teilen | 
 

 Der Markt im Westen

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten 
AutorNachricht
Tennō
Admin
avatar

Anzahl der Beiträge : 74
Anmeldedatum : 31.10.14

BeitragThema: Der Markt im Westen   Do Nov 06, 2014 4:38 pm

Der Markt im Westen

In der westlichen Hälfte Kyōtos gibt es ein großes Handelszentrum, zu dem es jeden treibt, der auch nur etwas zum Leben braucht.

Das Aufgebot der vereinzelten Stände ist gewaltig. Manche sind groß, manche klein. Schneider, Fischer, Schmiede, Bauern, Tischler, so weit das Auge reicht, jeder, der etwas zu verkaufen hat, der stellt hier auch seine Waren aus. Man findet, was man braucht und das so gut wie immer.

Doch selbst wenn die Polizei oftmals Patrouille läuft, eine Vielzahl von Halsabschneidern und Dieben schafft es doch immer wieder sich bemerkbar zu machen.

Man findet hier alles, an Ware, an Menschen, an Geschichten. Sicherlich einer der meist besuchten Orte der Stadt.

Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen http://bakumatsu.forumieren.com
Lilith von Bismarck
avatar

Anzahl der Beiträge : 32
Anmeldedatum : 25.11.14

BeitragThema: Re: Der Markt im Westen   Do Dez 11, 2014 4:28 pm

~Firstpost~

Ob es von Vorteil ist hier zu sein? Wahrscheinlich nicht als Ausländer. Und erst recht nicht mit dem Ziel, etwas über die Menschen der Stadt zu erfahren. Lilith war zwar nun schon länger als ein paar Tage in Japan angekommen, doch war sie hauptsächlich mit ihrer Arbeit beschäftigt, weswegen sie keine Zeit hatte sich anderen Aufgaben zu widmen. Und sie hatte eigentlich auch nicht vor, andere Aufgaben zu erledigen, denn ein kurzer Blick nach oben hat schon gereicht um ihr, ihr jetziges Vorhaben ein wenig zu vermiesen. Es war mitten am hellichten Tag, die Sonne schien und immer kleine Windbrisen gingen ihm am Kopf vorbei. Sie war keine Person, welche diese Atmosphäre genießen konnte. Und das erst recht nicht als Ausländer in einem Ausländerfeindlichen Land. Die Blicke welche Lilith seit ihrer Ankuft in diesem glorreichen Japan abbekam, waren nicht die nettesten. Doch sie hatte sich schon in ihrer eigenen Heimat daran gewöhnt, denn in Preußen waren die Blicke sehr fragend, aber verständlich. Eine weibliche Politikerin sieht man im Westen nicht sehr häufig, ob dies im Osten anders war? Das würde sie wohl früh genug herausfinden, doch bis jetzt konnte sie sich gerade mal in ihrem neuen Heim einrichten und konnte mit führenden Politkern Gespräche sprechen. Mit ihren japanisch Kenntnissen hat sie zwar einiges Verstanden, jedoch nicht alles. Was sie aber auf jedenfall Verstand, war das sie sich unter das Volk begeben sollte um dort die Umstände zu lernen. Lilith war sich ziemlich sicher, das sie die fremden Menschen verstehen würde mit ihren Kenntnissen, doch wollten die Bewohner sie überhaupt verstehen. Nicht nur, das sie wahrscheinlich gemieden werden würde, sie musste auch noch damit leben, das man sie wohlmöglich belästigen würde, und das nicht auf eine sexuelle Art und Weise. Sie wusste zwar von den ausländerfeindlichen Umständen, doch weiß sie nicht wie es an diesem Ort wirklich ist. Waren die Menschen gewalttätig? Waren hier viele Räuber und Mörder unterwegs? Oder waren die Menschen an diesem Ort sogar freundliche Wesen und man erzählte diese Geschichten bloß? Genau darüber musste sie sich nun Aufklären, weswegen sie diesen belebten Markt besuchte.
Die Menschen auf diesem Markt sahen alle äußerst beschäftigt aus. Wenige Personen standen nichtstuhend herum und beobachteten das Geschehen. Die meisten mussten Arbeiten, mussten ihre täglichen Einkäufe tätigen oder hatten andere Pflichten. Also wie sollte sie mit diesen Menschen ein Gespräch starten? "Entschuldigen Sie?" sprach sie eine vorbeilaufende Person an, doch diese wies sie mit einem Geräusch ab, was sich in ihren Ohren anhörte wie ein Grunzen. Und auch die nächsten Personen auf welche sie von sich aus zuging wiesen sie ab. Entweder hatten diese Menschen keine Zeit mit ihr zu reden oder Lilith wurde verachtend angeschaut. Manche gingen auch schon weg, bevor man ihnen überhaupt näher kommen konnte. So hatte ich mir meinen Tag nicht vorgestellt. Dachte sie sich. Ihr Gesicht verzog sich zu einer mürrischen Miene, doch änderte sich nach kurzer Zeit wieder zu einem freundlichen Gesicht. Sie ist zwar nicht der Typ für Freundlichkeit, doch hatte sie auch nicht das Gefühl, das man auf sie achten würde wenn sie so Ernst aussah wie immer. Mit einem freundlichen Gesicht versuchte sie wieder ihr Glück bei diesen fremden Menschen.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen http://jxcold.blogspot.de/
Kusajishi Nagisa
avatar

Anzahl der Beiträge : 45
Anmeldedatum : 31.10.14

BeitragThema: Re: Der Markt im Westen   Do Dez 11, 2014 5:32 pm

First Post


Eine schnelle Bewegung....oder vielleicht Ablenkung. Der Trubel auf diesem Gebiet war kaum zu übersehen, somit war es sicherlich nicht falsch zu einer schnellen Bewegung zu tendieren, doch bot der andere Weg wohl mehr Sicherheit. Nein, Zeit war entscheidet und eine Ablenkung aufzubauen die wirklich funktionierte konnte vielleicht etwas dauern. Meist passierte was auf den Märkten. Jemand wurde zusammen geschlagen, oder zwei Samurai die ihre Stellung verloren hatten kämpften um ihre Ehre...was auch immer das sollte. Nagisa musste einfach nur schnell sein und sich nichts anmerken lassen. So stand sie etwas abseits in einer kleinen Gasse, von dort aus beobachtete sie ruhig und bedacht den Ladenbesitzer. Freundlich versuchte er Kunden anzuwerben. Minuten vergingen doch keine sichere möglichkeit bot sich. Dann jedoch, nach vermutlich fast einer halben Stunde des wartens drehte er sich weg um etwas für einen Kunden zu holen das...nun hinter ihm war. Sofort lief Nagisa los. Ihre Reaktion und ihr Auge waren gut. Bei der ersten Muskelzuckung des Händlers hatte sie sich in Bewegung gesetzt. Ein Meter, zwei Meter, alles sehr schnell aber nicht rennend. Sie verhielt sich normal, als würde sie immer so laufen. Ihr Mantel, alt und nicht mehr wirklich zu flicken lag über ihren Schultern. So lief sie an dem Stand vorbei, lies ihre Hand schnell hinaus gleiten und steckte sich etwas ein. Es handelte sich hierbei um Unagi, also Aal, wenn man es genau nehme am Spieß. Im ersten Moment tat die Hitze an den Fingern zwar weh, aber Nagisa störte das schon lange nicht mehr, man musste nehmen was man bekam und solch eine Mahlzeit war etwas großartiges in ihren Augen. Sie hatte sich 3 Spieße schnappen können. Bis morgen würde das locker reichen. Ohne sich dabei jedoch etwas anzumerken schritt sie weiter über den Markt. Ihre Kapuze zog sie nicht über den Kopf. Jetzt wo sie etwas hatte war es im Grunde egal das viele Menschen sie hier wohl kennen würden, niemand es aber zeigen würde. So nahm sie sich dem ersten Spieß an und biss einige schnelle Male ab. Ihre Augen blickten derweil durch die Menge. Als Diebin liebte sie Märkte einfach, nirgends sonst war es so einfach an Nahrung oder Geld zu kommen wie hier.

Vielleicht würde sich dabei ja auch ein einfaches Opfer zeigen. Nun gut, ein klein wenig Geld hatte sie sogar noch, und mit dem Essen jetzt würde sie diese Woche wohl noch überstehen, aber wenn man mehr bekam, wieso sollte man es nicht nehmen? Ruhig trugen sie die nackten Füße durch die Straßen. Menschen rempelten sie stehts an ohne sich weiter darum zu kümmern. Sie war nicht existent für die Menschen hier, aus diesem Grund ging ihr auch niemand aus dem Weg, wenn sie nicht selbst acht gab würde man sie umwerfen und wohl auch einfach niedertrampeln. Ruhig aß sie weiter ihren Spieß während sie die anderen beiden Spieße mit der Hand unter dem Umhang hielt. Ihren Kopf ließ sie jedoch gesenkt während sie durch die Menschen lief. Jemandem in die Augen blicken war nun, nicht gerade eine schöne Erfahrung. Jeder spürte die Verachtung in den Augen der Menschen und darauf hatte Nagi im Grunde wenig Lust. Es sollte sich jedoch kurzerhand ändern als sie kurz vor sich plötzlich am Boden Schuhe sah. Schuhe die sie nie zuvor gesehen hatte, sie waren ganz anders als alles was sie kannte. Fast schon verwundert ob ihre Augen ihr nicht doch einen Streich spielen hob sie unbewusst den Kopf als vor ihr eine Person stand. Sie war groß...sichtlich größer als Nagisa. Ihre Augen hatten eine unglaublich schöne grüne Farbe, doch mehr noch erstaunten die Haare die Diebin. Diese Farbe war nichts das man in diesem Land oft sah...im Grunde sah man es nie. Schön~. Nagisa realisierte ehrlich gesagt überhaupt nicht das sie etwas gesagt hatte und wenn es auch leise war, war es doch hörbar. Diese Person sah schön aus, mehr fiel der jungen Frau dazu nicht ein. Das sie Ausländerin war fiel ihr im ersten Moment auch rein gar nicht auf. Erst als sie sich wieder etwas fangen konnte von diesem Anblick bemerkte sie das sie vor einer Ausländerin zum stehen gekommen war...oder war es ein er? Irgendwie war sich Nagisa nicht sicher. Ihre Gesichtszüge sahen so weich aus und weiblich, aber ihre Kleidung wirkte ganz anders irgendwie. Unbewusst trat Nagisa einen Schritt zurück wobei sie etwas erstaunt ein weiteres mal in den Aal biss.

_________________
~判決 Du verurteilst den Dieb solange du genug zu essen hast 判決~

Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Lilith von Bismarck
avatar

Anzahl der Beiträge : 32
Anmeldedatum : 25.11.14

BeitragThema: Re: Der Markt im Westen   Do Dez 11, 2014 7:35 pm

Man könnte schon fast sagen, das Lilith verzweifeln müsste, doch sie ließ sich nicht davon unterkriegen, das keiner sich mit ihr Unterhalten wollte. So war das Leben nunmal unter Menschen die einen nicht mochte. Unter viel beschäftigten jungen und alten Leuten die selber ihr Leben auf die Reihe kriegen mussten und keine Zeit für ein kleines Gespräch hatten. Lilith verstand diese Situation, doch gehörte dies nunmal auch zu ihrer Arbeit. Ihr würde es bestimmt leichter fallen die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, wenn sie so streng und ernst rüberkam wie immer, doch das würde ein sehr schlechtes Licht auf sie werfen. Stattdessen, das freundliche Gesicht, welches sie sonst nie zeigte. Wieso auch? Lilith war kein Mensch, welcher Politik mit Freundlichkeit entschied, sondern nur mit Vernunft und Logik, und für diese muss man nicht Nett sein. Ich hoffe ich kann mich schnell wieder den wichtigen Themen widmen. Neben der Tätigkeit, sich mit Menschen zu unterhalten, war sie zudem als politische Botschafterin aus Preußen hier in Japan, das bedeutete, das sie sich mit größeren politischen Persönlichkeiten unterhalten musste. Eine gute politische Außenbeziehung war das Ziel. Für dieses Ziel war aber auch das Auftreten unterm Volk gefragt. Unterdem Volk, welches eine politische Außenbeziehung ablehnte oder keine Zeit dafür hatte. Es war nicht die einfachste Aufgabe, mit welcher Lilith beladen wurde, doch eine andere konnte sie nicht antreten. Dafür wurde sie wohl eindeutig in der falschen Zeit geboren. Ob dies jemals besser werden würde?
Während die Gedanken in Lil ihrem Kopf kreisten, machte sie weiter die Runden. Dafür, dass so viele Menschen auf dem Marktplatz waren, mochte keiner von diesen Leuten weiterhin mit ihr sprechen. Sie verkniff sich ein Seufzen und wanderte weiter, während sie teilweiße über ihre Arbeit nachdachte und zudem auch die Menschen in ihrer Umgebung beobachtete. Die grimmigen und verachtenden Gesichter ignorierte sie, denn von diesen Menschen konnte sie nicht viel erwarten, eher interessierte sie sich für die Menschen, welche keinen speziellen oder einen freundlichen Gesichtsausdruch hatten. Dazu musste sie aber auch wieder die Verkäufer abziehen, denn diese konnte sie erstmal nicht ernst nehmen. Als Verkäufer ist man schon fast dazu gezwungen freundlich zu schauen, dies würde aber nicht heißen, das dies genauso Ausländerfeinde sind wie die anderen. Lilith ging einfach nicht davon aus, das ein Ausländerfeind sich korrekt mit einem Ausländer unterhalten würde. Und selbst wenn der Verkäufer kein Ausländerfeind war, so hatte er doch keine Zeit für ein Gespräch. Immerhin musste er arbeiten. Genauso wie jeder andere hier. Es war kein passender Ort für Lilith hier nach einem Gespräch zu suchen, weshalb sie sich schon überlegte wieder zu gehen. Sie wollte ihre wertvolle Zeit nicht für so etwas verschwenden. Gerade als sie sich dazu entschieden hatte zu gehen, fiel ihr jedoch eine Person auf, welche ihr eher verträumt vorkam. Möglicherweiße nicht ganz bei der Sache, aber auch nicht wirklich beschäftigt und gerade am Essen. Das gute war, das diese Person auch noch direkt auf Lilith zukam, weshalb sie im Weg stehen blieb. Lilith setzte wieder ein freundliches Gesicht auf und stellte sich mit verschränkten Armen hinter ihrem Rücken auf. Ob sie so nun wirklich mal freundlich wirkte?
Kurz musterte Lilith das Mädchen, wobei ihr auffiel, das dieses Mädchen wohl eher nicht zu den gehobenen Klassen gehörte. Sie bezweifelte sogar, das dies ein Mädchen aus dem mittleren Stand war, doch das konnte sie nicht beurteilen, dafür war sie nicht lang genug in Japan. Sie störte sich sowieso eher weniger daran, denn Person ist Person. Sie könnte sie nur durch irgendwelche gestörten Ansichten verärgern, aber nicht durch ihr Aussehen. "Guten Tag junge Dame, und dankeschön." sagte sie lächelnd zu dem Mädchen, welches nichts weiteres als "schön" über ihre Lippen brachte. Ob das entweder nun an Lilith lag, oder an dem Geschmack des Essens, welches sie in der Hand hatte, das konnte Lilith nicht ausmachen, doch sie fasste es in diesem Fall als Kompliment auf. Und auch wenn dieses Mädchen nun einen Schritt zurück machte, dann hielt Lilith ihr trotzdem ihre Hand entgegen. Sie wusste nicht wirklich wie man sich freundlich begrüßte in diesem Teil der Welt, sie verließ sich immer auf ihre westliche Art und Weise, da dies eine Angewohnheit war. Doch würde ihr dieses Mädchen nicht die Hand reichen, dann würde sie diese sowieso wieder nach hinten ziehen und hinterm Rücken verschränken. "Wie geht es Ihnen? Finden Sie nicht auch das dies ein schöner Tag ist?" Lilith würde nie in einem ernsten Gespräch so anfange, das war ihr für gewöhnlich zu albern, doch wie sollte sie sonst eine Unterhaltung starten? Sollte sie fragen ob die Person gerne über Gott und die Welt reden würde? Das wäre wohl auch kein passender Start. Da wäre dieser alberne Smalltalk wohl der beste Weg, um an Informationen über das städtische Leben zu kommen, also wieso nicht mal versuchen?

_________________
"Japanisch~Reden"| Denken| "Japanisch~Flüstern"| "Englisch~Reden" |"Deutsch~Reden"
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen http://jxcold.blogspot.de/
Kusajishi Nagisa
avatar

Anzahl der Beiträge : 45
Anmeldedatum : 31.10.14

BeitragThema: Re: Der Markt im Westen   Sa Dez 13, 2014 1:18 pm

Sicherlich hatte Nagisa an diesem Tage mit nichts besonderem gerechnet, wieso sollte sie auch. Die letzten Jahre über gab es jeden Tag nur den selben Ablauf, der wohl großteilig aus schlafen und essen suchen bestand. Das sie nun jedoch auf offener Straße in solch eine Person lief, gut nicht direkt reinlief aber eben auf eine solche Person traf war doch etwas neues für sie. Nie hatte sie eine Ausländerin.....oder einen Ausländer gesehen. Waren das Kleidungsstücke eines Mannes oder einer Frau. Wirklich alles was Nagisa in diesem Moment sagen konnte war die Tatsache das jene Person wirklich schön war. Hierbei rechnete sie allerdings nicht mit dem was danach passierte. Allem Anschein nach hatte jene Person es tatsächlich verstanden, anhand der Stimme konnte Nagisa jedoch auch feststellen das sie eine Frau war. Sie konnte jedoch japanisch, das war wirklich überraschend für die Diebin die im ersten Moment etwas verwirrt schien. Nicht nur das sie japanisch konnte, sie war scheinbar auch nicht gerade schlecht darin es nicht nur zu verstehen sondern auch selbst anzuwenden. Ihre Worte jedoch schlugen bei der jungen Kusajishi etwas schwer auf den Magen. Sie war höflich, behandelte das Mädchen mit respekt...war sie dumm oder ähnliches? Ruhig biss Nagisa erneut in ihren Aal vom Spieß und zog ein großes Stück davon ab und in ihren Mund bevor sie mit geschlossenen Augen erstmal nur vor der blonden Schönheit stehen blieb. Nachdem sie gekaut und runtergeschluckt hatte ließ sie nur ein kurzes Seufzen aus ihrem Mund. Du kannst unsere Sprache? Überraschend. meinte sie nur kurz bevor sie der fremden einen ernsteren Blick zukommen lies. Dann solltest du aber auch wissen das man solchen wie mir keinen Respekt erweist. Du stellst dich damit unter jemanden wie mich und dadurch wird die Meinung der Bevölkerung dir gegenüber nur weiter sinken. Respekt gehört jenen die es verdient haben. Während sie diese Worte sprach klang sie alles andere als deprimiert oder so.

Sie war einfach fest überzeugt davon ob es dieser Fremden nun gefiel oder nicht. Wenn sie einer einfachen Diebin Respekt zollte dann stellte sie sich automatisch unter jene womit sie weniger Wert war als Dreck. Im Grunde konnte es Nagisa egal sein aber durch diese doch ungewöhnliche Situation überrascht schien sie etwas freundlicher zu wirken als sie es im Grunde war. Wenn man jedoch ehrlich in den Kopf der Kusajishi blicken würde, könnte man wohl sehr große Neugier feststellen. Mit einer Ausländerin reden zu können, selbst in ihrer Zeit als sie anerkannt war gab es dazu nicht einmal die Gelegenheit. Wie sah die Welt aus, außerhalb dieses Landes. Es war eine große Leere in Nagisas Kopf da sie absolut keine Vorstellung hatte. Im Grunde ging sie wohl davon aus das es überall gleich war aber nun Fragen zu können wäre doch etwas anderes...sie konnte sicher gehen. Was würde es ihr aber nützen. Eigentlich sollte sie sich wohl einfach wieder auf den Weg machen, weg von dieser Frau. Andererseits hielt sie aber etwas an Ort und stelle. Ruhig nahm sie einen weiteren Bissen womit der erste Spieß gänzlich in ihrem Mund verschwand...nun abergesehen natürlich von dem kleinen Holzstück an welchem das Fleisch gegart wurde. Mit ihren Augen musterte sie in Ruhe die Person nun. Ihre Kleidung war ungewöhnlich....wirklich ganz anders als Nagisa es gewohnt war. Kein schönes Kleid wie es eine Frau tragen sollte. Es war nicht farbenfroh, doch selbst der Männerkleidung ähnelte es nur wenig. Das einzig gute war das es für Nagisa keinen Grund gab Respekt zu zeigen.....Ausländer waren im Grunde kaum mehr wert als die unterste Kaste, zumindest für die meisten Japaner. So konnte sie unbedacht einfach drauf los reden, sie waren ja auf der gleichen Ebene....zumindest in diesem Land. Im übrigen geht es mir gut, wie du siehst füllt sich mein Magen und so ein Tag kann wohl nur angenehm sein. Wie sieht es bei dir aus, noch nicht beschimpft worden? Vielleicht war sie etwas arg direkt aber wenn störte das schon. Das Ausländer beschimpft wurden als wären sie nur dummes Pack war auch nicht soooo selten. Wenn es heute nicht vorkam würde es sicherlich noch vorkommen. Wer konnte schon in die Zukunft sehen.

_________________
~判決 Du verurteilst den Dieb solange du genug zu essen hast 判決~

Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Lilith von Bismarck
avatar

Anzahl der Beiträge : 32
Anmeldedatum : 25.11.14

BeitragThema: Re: Der Markt im Westen   So Dez 14, 2014 12:11 am

Für Lilith war es ungewohnt über längere Zeit diesen Gesichtsausdruck der Freundlichkeit auf dem Gesicht zu halten. Sie hatte noch nie über längere Zeit irgendwie gelächelt und der jetzige Versuch kam ihr Fremd vor. Es störte sie ein wenig, doch sie hielt es aufrecht, um der Informationswillen. Es störte sie nicht einmal, das sie von vielen Menschen um sie herum komisch angeschaut wurde. Dies sah sie immerhin aus dem Augenwinkel. Das einzige was sie an den Menschen um sie herum nervte, war das sie nicht wusste wie lang es dauern würde, bis sie eventuell von hinten angegriffen werden würde. Natürlich hoffte sie nicht das dies passieren würde, doch man konnte nie wissen. Und erst recht nicht in einer Zivilisation, in welcher sie nicht aufgewachsen war. Bis auf seltene kurze Blicke zur Seite, war sie hauptsächlich auf das Mädchen vor ihr fixiert, immerhin wollte sie mit dieser Person reden. "Dankeschön" entgegnete sie, auf das Kompliment mit der Sprache. Doch dies war weniger interessant und der Dank war nur aus reiner Höflichkeit. Wichtiger war das folgende. Hatte Lilith sich vielleicht an die falsche Person in dieser Menschenmenge gerichtet? Laut dem Mädchen vor ihr war dies wohl so. "Verachtung und Spott anderer, wirken nur solange wie man sich darauf einlässt." Sagte sie nur darauf. Ihr war es ziemlich egal wie sie von einem ausländerfeindlichen Volk gesehen wurde, denn viel konnte sie wohl an ihrem Auftreten gegenüber diesen Menschen wohl auch nicht mehr ändern. Dies hat früher in ihrer eigenen Heimat schon nicht mehr funktioniert und trotzdem hat sie etwas größeres erreicht. Sosnt wäre sie wohl nun nicht hier. "Und wer sich meinen Respekt verdient hat, das entscheide ich für mich selbst." Würde sie nach der Logik gehen, welche das Mädchen ihr gegenüber entgegnete, dann würden wohl viele Menschen kein Respekt verdienen.
Sie musste an die Menschen in ihrer Heimat denken, hauptsächlich an die Politiker dort. Viele dort waren ihrer Ansicht nach Idioten, weshalb Lilith ihnen kein Respekt zollte, doch nun musste sie überlegen, ob diese Menschen den Respekt verdient hätten. Politik war tagtäglich ein schwieriges Thema, weshalb man hierbei wohl nie auf einen gemeinsamen Nenner kommen würde, doch kann man dies mit Respekt gleichsetzen? Wie entschied man ob jemand Respekt verdient hat? Musste man dies an den Erfolgen im Leben der Person festmachen und an ihren Leistungen? Im Hinterkopf notierte sich Lilith diese Frage und versuchte sie danach aus ihrem Kopf zu kriegen. Sie würde wohl nun und später auch weiter selbst entscheiden wer ihren Respekt verdient hat. Sie konnte zum Beispiel in einem gewissen Grad keinen ignoranten Menschen Respekt zollen, weshalb ihr die Meinung, welche sich das Volk im Moment über sie bildete, egal war.
Immernoch auf das Mädchen fixiert, lauschte sie ihren Worten. Was sie wohl damit meinte, das der Tag nur gut sein kann, weil sich ihr Magen füllte? Konnte Lilith davon ausgehen, das sie mit ihrer Annahme recht hatte und dieses Mädchen wohl wirklich nicht einmal der mittleren Klasse angehörte? Sie konnte sich sogar sehr sicher sein, denn dies würde mit dem vorherigen Thema Sinn ergeben. Wie sich dieses Gespräch wohl entwickeln wird? "Auch Beschimpfungen sind etwas, worauf man nicht eingehen sollte. Davon habe ich keinen Nutzen, erst recht nicht, wenn dies nur im Hintergrund passiert. Viel mehr interessieren mich andere Themen." Doch recht hatte das Mädchen. Immer mal wieder konnte Lilith Worte im Hintergrund vernehmen, die wohl nichts gutes bedeuteten. Dies war natürlich logisch und auch der Grund weshalb Lilith selbt einige Menschen hier mied. Sie wollte natürlich keinen Konflikt provozieren, das würde wohl mehr Schaden, als alles andere was sie falsch machen könnte. Ein Ausländer der einen Inländer angreift, würde es heißen. Dies würde nur die Angst und den Hass des Volkes steigern, weshalb man auf vieles was hier passierte nicht eingehen durfte. Ob man angerempelt oder beleidigt wurde, Beherrschung war hier wohl angebracht. Auch wenn sie sich wünschte, sie könnte ein wenig aus der Haut fahren und in ein hitziges Gespräch geführt werden. "Falls sie sich nicht von einem Ausländer gestört fühlen, hätten Sie dann interesse an einem Gespräch?" Am Ende dieses Tages, würde Lilith wohl ihre komplette Höflichkeit für einen Monat aufgebraucht haben.

_________________
"Japanisch~Reden"| Denken| "Japanisch~Flüstern"| "Englisch~Reden" |"Deutsch~Reden"
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen http://jxcold.blogspot.de/
Kusajishi Nagisa
avatar

Anzahl der Beiträge : 45
Anmeldedatum : 31.10.14

BeitragThema: Re: Der Markt im Westen   So Dez 14, 2014 1:49 pm

Wie lange war es nun eigentlich her das Nagisa ein richtiges Gespräch geführt hatte? Sie erinnerte sich kaum noch daran. Wenn sie mit jemandem redete dann meist nur mit anderen Dieben oder Straßenkindern oder ähnlichem “Pack”. Dabei ging es fast immer um das selbe...Ideen um an Essen oder Geld zu kommen, naja nichts sonderlich spannendes. Insofern war diese Situation schon etwas besonderes für die junge Dame, welche einst den Tag häufig mit solchen Gesprächen verbracht hatte. Das die Fremde ihr gegenüber so höflich blieb war doch eine eher ungewohnte Situation. Scheinbar wusste sie nicht welchem Stand Nagi angehörte oder in ihrer Heimat sah man solche Dinge etwas anders. Vielleicht war es ja interessant etwas darüber zu erfahren. Nachdem sie den leeren Holzspieß nun einfach zu Boden fallen lies ging diese Person auf ihre Bemerkungen ein. Es war sonderbar, obwohl Nagisa ihr etwas erklärte was hier nunmal das übliche war, blieb sie sehr selbstbewusst bei ihrer Denkweise. Sie war eine Frau, nichts weiter, wie konnte sie da so reden? Sie war nichts weiter als eine Frau und zusätzlich sogar eine Außenseiterin, im Grunde stand sie mit Nagisa wirklich fast auf einer Stufe. Still und verwundert zog die Kusajishi eine ihrer Augenbrauen in die Höhe, ihre Verwunderung war ihr deutlich anzusehen, doch sprach sie noch kein Wort darüber. Diese Person provozierte die Bevölkerung und die Sitten dieses Landes, wusste sie das überhaupt oder war sie schlicht nicht in der Lage über solche Dinge nachzudenken? Still schaute sich die junge Frau ein wenig in der Umgebung um, es war nicht verwunderlich das keiner so wirklich in ihre Richtung blickte. Man schenkte den beiden keine Beachtung, versuchte jedoch auch nicht mit ihnen in Verbindung gebracht zu werden wenn man auch hin und wieder einige kurze Blicke spüren konnte. Ich weiß nicht wie es bei dir zuhause ist, aber deine Denkweise wird hier zu einigen Problemen führen. Du solltest dich etwas in acht nehmen. Warum Nagisa eine Warnung aussprach war ihr selbst unklar aber eine solch überzeugte Person zu sehen hatte irgendwie etwas inspirierendes. Dennoch konnte diese blonde Schönheit eines Tages mit ihrer Art dem falschen Mann begegnen, Todesstrafen oder Attentate wurden hier oft schon wegen viel kleinerer Dinge vollzogen. Es sollte lediglich eine kleine Warnung sein in ihre Richtung. Die anschließende Frage der jungen Frau kam jedoch etwas unerwartet. Sie wollte ein Gespräch führen, mit Nagisa?

Wieso sollte sie das wollen, man sah doch schon anhand ihrer Kleidung, fehlenden Schuhen, ungepflegtem äußeren und all diesen Dingen das die Kusajishi alles andere war als eine gute Gesprächspartnerin. Machte sie sich lustig über die junge Diebin oder kam es nur so rüber, wollte sie wirklich einfach nur reden? Ruhig hob Nagisa ihre freie Hand und hielt sie der fremden mit nach oben geöffneter Handfläche hin. Ein Gespräch natürlich, wenn du mir etwas anbieten bin ich auch für mehr offen. Ein Gespräch könnte ich dir kostenlos anbieten, insofern du mir einige Dinge aus deiner Heimat und der Welt ansich erzählst. Ansonsten lehne ich ab. Nagisa kam wirklich alles andere als herzlich rüber. Sie wollte kein Gespräch führen ohne Gegenleistung, bot jedoch auch an für mehr zu haben zu sein. Was auch immer sich die Fremde darunter vorstellen wollte, im Grunde konnte die Kusajishi sich wohl fast alles vorstellen. Sollte sie jemanden beklauten, beschatten, vielleicht sogar töten? Gut es wäre neuland aber wenn sie dafür eine Bezahlung bekäm wäre es ihr fast schon egal. Ich würde allerdings vorschlagen das wir uns dann in eine kleine Nebenstraße begeben, nicht nur das es dort ruhiger ist, dort gibt es auch weniger Leute die mir schaden wollen. Nun lag die Entscheidung nur noch bei der Fremden. Wollte sie auf das Angebot eingehen? Sie konnte froh sein das sie eine Ausländerin war, sonst hätte Nagisa selbst für das Gespräch wohl Geld verlangt. Wo es Geld zu holen gab würde sie es auch versuchen. Wobei ihr auch etwas zu essen reichen würde unter normalen Umständen. Nur leider hatte sie schon etwas gegessen und noch immer 2 davon in der Hand.

_________________
~判決 Du verurteilst den Dieb solange du genug zu essen hast 判決~

Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Lilith von Bismarck
avatar

Anzahl der Beiträge : 32
Anmeldedatum : 25.11.14

BeitragThema: Re: Der Markt im Westen   Mo Dez 15, 2014 3:28 pm

Langsam breitete sich in Lilith ein Gefühl aus. Ein Gefühl welches sie eindeutig verwirrte. Sie wusste nicht ob sie diese Person nun störte oder ob sie gerne mit ihr Sprach. Man konnte dem Mädchen ansehen, das sie wohl eindeutig verwundert war. Es lag wohl an dem, was Lilith ihr kurz vorher gesagt hatte. War das wirklich so unüblich in dieser Gegend? Eigentlich kannte Lilith diese Denkweiße in der Bevölkerung. Es ist nichts womit sie sich ausseinandersetzen wollte, da es ihr ehrlich gesagt egal war, doch mitbekommen hat sie solch Verhalten schon. Eine weitere Warnung wurde von dem Mädchen ausgesprochen, doch weiter schien sie an einem Gespräch zumindest ansatzweiße interessiert. Sollte Lilith ihr nun einfach den Rücken zuwenden? Sie hatte es zumindest nicht vor und ging auch davon aus, dass sie sich nicht abwenden wird. Mit so einem Verhalten begab sich Lil wohl ernsthaft in Gefahr, denn sonst hätte dieses Mädchen nicht zweimal eine Warnung ausgesprochen. Wie sah diese Gefahr wohl aus? Man hatte ihr gesagt, das sie sich unter das Volk begeben sollte und sich selbst mit der Situation vertraut machen musste, weshalb sie nicht davon ausging Schwierigkeiten mit politischen Vertrettern zu kriegen. Es war wohl eher das Volk selbst, welches eine große Gefahr darstellte. Genau wie im Westen, war dies wohl kein schöner Ort zum leben.
Das dieses Mädchen weiter an einem Gespräch weiterhin interessierte war, machte sie daran fest, das sie auf die Frage einging, welche Lilith ihr stellte. Sie würde dem Gespräch unter Voraussetzungen zustimmen? Für Lilith war dies nicht sonderlich üblich, doch würde sie wohl nichts dagegen sprechen. Ihr von einem uninteressanten Ort zu erzählen, dies sollte keine schwere Aufgabe für Lil sein. Dies kam aber natürlich auch auf die Fragen an, welche das Mädchen stellen würde. Lilith legte eine Hand an ihr Kinn und dachte kurz nach. Da sie für dieses Gespräch nichts zu verlieren hatte nickte sie kurz und stimmte der Forderung ihr etwas über Lilith´s Heimat zu erzählen zu. Fragend, was sie wohl wissen wollte, bereitete sie sich mental schon auf dieses Gespräch vor, damit sie auch ausführlich und sachlich beim Thema bleiben konnte. "Ich kann davon ausgehen, dass Sie sich besser in dieser Gegend auskennen. Wenn sie dies Gespräch woanders fortsetzen möchten, dann müssen sie nur voraus gehen. Ich werde Ihnen dann folgen." Lilith lächelte und verschränkte wieder die Arme hinterm Rücken. Es kam wohl so rüber, als wäre Lilith ziemlich naiv, einfach einer Fremden zu folgen, doch hatte sie das Gefühl bei diesem Mädchen nichts befürchten zu müssen. Würde sich das Mädchen als nützliche Informationsquelle erweisen, könnte Lilith ihr auch den Vorschlag unterbreiten, weiter in Kontakt miteinander zu bleiben, natürlich mit einer gewissen Entschädigung, wie Essen oder Geld. Da sie nicht das Verlangen danach hatte, an diesem Ort freundschaftliche Bande zu schließen, musste sie diesen neuen Menschen auch nicht näher treten. Glücklicherweiße konnte sie es wirklich bei solchen Gesprächen belassen.

_________________
"Japanisch~Reden"| Denken| "Japanisch~Flüstern"| "Englisch~Reden" |"Deutsch~Reden"
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen http://jxcold.blogspot.de/
Kusajishi Nagisa
avatar

Anzahl der Beiträge : 45
Anmeldedatum : 31.10.14

BeitragThema: Re: Der Markt im Westen   Mi Dez 17, 2014 1:58 pm

Es war wohl eine etwas fragliche Situation angebrochen auf diesem Markt. Hätte man Nagi an diesem Morgen gefragt was sie heute wohl so erleben würde hätte man sicherlich eine andere Antwort bekommen als das was wirklich passiert war. Ruhig hatte die junge Diebin ihrer gegenüber ein Angebot unterbreitet. Sie wollte eine gegenleistung und wenn dies nur aus erzählungen bestand. Dabei ging es Nagisa nicht einmal um irgendwelche Speziellen Infos, sie wollte einfach mehr über die Welt erfahren und dadurch vielleicht die Möglichkeit offen lassen, wieder hoffnung zu schöpfen. In diesem Land war sie als Verräterin gebranntmarkt und als Straßenkind aus der Gesellschaft verbannt. Große eine Chance gab es nicht mehr, vielleicht würde sie sich aber eines Tages auf ein Schiff schmuggeln können und so in ein anderes Land, wo sie niemand kannte und auch ihr Name vollkommen fremd war. Sie konnte einfach eine Art Neustart vollziehen. Doch diese Lösung und Idee lag noch in weiter ferne. Infos jedoch würden sicherlich nicht schaden. So wartete sie kurz auf die Antwort der Gegenüber welche jedoch nicht lange auf sich warten ließ. Noch immer in ihrem respektvollen Ton ging sie auf den Vorschlag ein. Das sie noch immer so höflich war beunruhigte Nagisa innerlich ein wenig. Diese Frau wäre vielleicht binnen einer Woche tot wenn sie nur etwas Pech hatte. Im Grunde sollte es Nagisa nicht interessieren doch war sie eine der einzigen seit langen Jahren welche mit ihr gesprochen hatte. Die Straßenleute hatten weniger interessante Gespräche. Das sie sich einen anderen Ort suchen sollten war natürlich besser, allerdings mussten die beiden nicht so weit weg wie die Fremde vielleicht vermutete. Es reichte schon wenn sie in eine kleine Nebenstraße direkt am Markt gingen, dort liefen immerhin nicht so viele Menschen herum und man konnte sich unterhalten. Im Grunde würde sich eh niemand zu den beiden wenden und irgendwie mit ihren sprechen doch sicher ist sicher.

Also schön...komm mit. Meinte Nagisa nur kurz bevor sie auch schon ungefragt die Hand der Frau ergriff und einige Meter in die nächst beste Gasse führte. Dort angekommen lies sie wieder los. Das die Fremde keine Waffe oder etwas ähnliches ziehen würde nahm sie einfach an, nicht nur das Ausländer hier nicht gerade gern gesehen waren, sie würde wohl schnell selbst angriffen werden sollte sie es wagen eine Waffe auf offener Straße zu ziehen.....wobei Nagi nicht einmal darauf achtete ob sie eine Waffe trug. Nun in der Gasse angekommen wandte sich Nagisa einer kleinen Holzkiste zu auf der sie Platz nahm. Ihre größe war nicht sehr hoch womit ihre Füße in der Luft hingen während sie ihren Rücken gegen das Haus hinter sich lehnte und die Arme vor ihrem Körper verschränkte...eine bequeme Haltung halt. Erstmal lass diesen respektvollen Ton weg. Mein Name ist Nagi. Du kannst mich Nagi nennen, Diebin, Göre oder sonst wie aber dieses respektvolle passt mir nicht. Wenn sie ehrlich war kam es ihr so vor als machte man sich über sie lustig wenn man sie mit Respekt behandelte. Früher war es vollkommen normal gewesen doch mittlerweile beschimpfte man sie eigentlich nur. Es war die realität und solche höflichkeit kam ihr einfach surreal vor. Kommen wir zum Geschäft. Erzähl mir etwas über dich, woher du kommst und von den Orten die du bereits kennen gelernt oder gesehen hast. Erzähl mir einfach was dir einfällt und was du als erwähnenswert betrachtest. Sprach die Diebin weiter während sie die Frau betrachtete. Und du darfst mich alles fragen was du wissen willst. Allerdings gebe ich dir keine Garantie das ich über alles auch Bescheid weiß. Vielleicht kam es etwas kalt herüber, wie eine “Gib mir und ich geb dir” Situation, aber über die letzten Jahre hatte Nagisa absolut kein Gespräch mehr geführt. Sie hatte im Grunde kaum noch eine Ahnung wie so etwas ablief. Nun, vielleicht ging diese Person ja darauf ein oder hatte sie andere Pläne mit Nagisa? Was wollte sie wiederum von ihr?

_________________
~判決 Du verurteilst den Dieb solange du genug zu essen hast 判決~

Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Lilith von Bismarck
avatar

Anzahl der Beiträge : 32
Anmeldedatum : 25.11.14

BeitragThema: Re: Der Markt im Westen   Sa Dez 20, 2014 12:13 am

Die junge Ausländerin konnte sich in diesem Moment nicht vorstellen, was das Mädchen unter einer Nebenstraße meinte. Sie konnte nur an die aus ihrer Heimat denken, doch wollte diese nicht sofort gleichsetzen, denn immerhin wusste sie noch nicht wie dies hier alles war. Einen kurzen Einblick in diese Stadt hatte Lilith natürlch schon, als sie vor kurzem erst hier ankam, doch interessierte sie sich zu diesem Zeitpunkt eher weniger für Nebenstraße. Nun würde Lilith dies erfahren, denn der Gedanke daran erweckte nun doch ihr interesse. War dies eine Nebenstraße, in welcher man eher das Elend der Bevölkerung sehen konnte oder strahlten solche Nebenstraßen eher wirklich nur das aus, was in ihren Namen steckte? In ihrer Heimat sprach man oft davon, dass die arme Bevölkerung in den Nebenstraßen der Städte zu Tode ging, weshalb Lilith sich vorstellte, das dies ein Ort für ärmere Menschen ist. Ein Ort in welchen Bettler um Geld bettelten und Diebe sich ein klein weniger Nahrung erhaschten, beziehungsweiße sich dort zurück zogen. Dieses eher pessimistische Bild gab Lilith für einen sehr kurzen Moment einen schauder über ihren Rücken. Sie hatte noch keine Ahnung wie das Mädchen vor ihr wirklich war, weswegen es sogar wirklich sein konnte, das diese so eine Situation für sich ausnutzen würde. Sie schüttelte mental den Kopf und wartete ab, was das Mädchen selbst nun machen würde.
Und genau als Lilith dies dachte, wurde schon ihre Hand von dem jungen Mädchen gepackt und die junge Ausländerin wurde von dieser mitgezogen. Erst hatte sie kurz damit zu kämpfen nicht über ihre eigenen Füße zu stolpern doch konnte sie sich schnell wieder fangen. Wäre sie wohl nun gestolpert, wäre sie wohlmöglich sehr stark augefallen und außerdem hätte wohl ihre Autorität darunter leiden können. In der Nebenstraße angekommen wich ihr Blick erstmal von dem Mädchen, denn Lilith wollte die Gegend um sich herum erst einmal mustern, damit sie sich mal ein Bild davon machen konnte wie dies hier in etwa aussah. Sie bemerkte als erstes die Kisten, auf welche das Mädchen auch als erstes abgezielt ist und danach viel ihr der Dreck und der Müll auf, welcher sich auf dem Boden befand. Es war nicht viel Dreck und zeigte im Verhältnis zum Marktplatz keinen großen Unterschied, weswegen Liliths interesse auch schon wieder ein wenig schwand.
Die junge Ausländerin drehte sich wieder zu dem Mädchen, welches von ihr verlangte den respektvollen Ton fallen zu lassen. Wie konnte sie dies nur verlangen? War es nicht eher positiv, dass Lilith so respektvoll gegenüber dieser Fremden war? Wie konnte sie nur "verlangen", dass die junge Politikerin sie anders ansprechen sollte. Man hatte Lilith eigentlic gesagt, dass sie die Menschen in diesem Land immer Respektvoll ansprechen sollte, denn man konnte davon ausgehen, dass diese Menschen erst recht nicht von Ausländern respektlos behandelt werden wollten. Lil musste wohl darauf eingehen, dieses Mädchen nicht mehr so anzusprechen, wie sie es die ganze Zeit machte, damit sich das Mädchen auch in Liliths Umgebung eher Wohl fühlte. "Ich werde Sie.. Ich meine dich nun nur noch mit dem Namen Nagi ansprechen, falls dir das passt." Dies war keine Frage, sondern eher eine Bestätigung auf die Aussage Nagis. Außerdem ignorierte Lilith in diesem Satz das Wort "Diebin" denn dies ist in Lil´s Augen eine Bezeichnung, für welche sie nicht das Recht hat diese gegenüber dem Mädchen zu benutzen. Sie wusste kaum etwas über Nagi, auch wenn es ihr eigener Vorschlag war. "Es ist eine interessante Ansicht, beziehungweiße ein interessanter Vergleich, dieses Gespräch mit einem Geschäft zu vergleichen. Doch versuche ich in diesem Fall dies eher zu vermeiden, denn ich möchte nicht mit dir Handeln, sondern einfach nur Reden. Du darfst mir auch Fragen stellen wie es dir beliebt." Lilith lächelte. In ihrem inneren wusste sie natürlich auch, dass dies eher ein Geschäft, als ein normales Gespräch war. Beide hatten ein Anliegen und beide würden mit Informationen verhandeln, welcher der andere wollte. Ob dies nun als normales Gespräch rüberkam, war eine andere Sache. Man hätte es auch auf Papier schreiben können und in einem Tauschgeschäft die jeweiligen Briefe austauschen können. Hätte im Grunde die gleiche Wirkung gehabt.
Doch genau dies wollte Lilith mit einem direkten Gespräch vermeiden. Sie wollte nicht nur die Informationen einer Person haben, um diese für ihre Zwecke auszunutzen, nein, sie wollte auch wissen wie das Mädchen vor ihr nun diese Informationen preisgeben würde. Würde sie dabei bestimmte Emotionen zeigen? Das lächeln der jungen Politikerin verblasste ein wenig. "Damit dieses Gespräch nun auch für beide Seiten gleich abläuft möchte ich mich auch vorstellen. Mein Name ist Lilith von Bismarck, politische Botschafterin aus Preußen welches in Europa liegt. Ich diene unter dem preußischen König Wilhelm I., welcher dank meines Vaters, Otto von Bismarck, seine außenpolitischen Beziehungen erweitern und verbessern möchte. Gereist bin ich schon durclh Teile von Europa, wie verschiedene "deutsche" Staaten und durch Gebiete welche an Preußen angrenzen." Lilith verhielt sich eher ruhig, während sie dies alles ziemlich einfach erzählte. "Was möchtest du den genaueres Wissen, über den Ort von welchem ich Stamme?" Man merkte wohl, das Lilith keine gegenfrage stellte, was wohl daran lag, dass sie das Mädchen vor ihr erst mit Informationen "befriedigen" wollte, bevor sie den Gesprächsfluss mit ihren Fragen störte.

_________________
"Japanisch~Reden"| Denken| "Japanisch~Flüstern"| "Englisch~Reden" |"Deutsch~Reden"
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen http://jxcold.blogspot.de/
Kusajishi Nagisa
avatar

Anzahl der Beiträge : 45
Anmeldedatum : 31.10.14

BeitragThema: Re: Der Markt im Westen   So Dez 28, 2014 8:38 pm

Mit großer Wahrscheinlichkeit war solch eine Gasse nicht das was man als einen perfekten Ort für eine Einladung hielt. Es war eher dreckig hier, Kisten standen rum und auch andere Sachen, ob es bei dieser Person zuhause anders war konnte Nagisa nun wirklich nicht sagen doch hier war es eben die Heimat und der Rückzugsort jener, die kaum noch in der Gesellschaft angesehen waren. Doch zumindest war es hier etwas ruhiger als im Getümmel des Marktes und somit lies es sich einfach leichter Reden. Auch die Tatsache das man nicht dauerhaft angerempelt wurde war sicherlich von Vorteil, wenn die Art, wie Nagisa dafür gesorgt hatte das man hier her kam, alles andere als angenehm und freundlich oder Respektvoll war. Nun waren sie jedoch an diesem Ort, ungestört. Jemand unbeteiligtes hätte sicherlich einen Mord oder etwas ähnliches vermutet da den meisten sowas bei Ausländern egal war, doch lag nichts davon nahe. SO stellte Nagisa erst einmal ein paar kleine Regeln auf. Sie wollte wirklich nicht das man sie so höflich ansprach. Niemand tat das mehr und irgendwie fühlte es sich falsch an. Ihre Familie hatte jede Ehre verloren und so sollte niemand sie mit respekt behandeln. Es fühlte sich mittlerweile fast schon schlechter an als wenn man sie beschimpfte oder bespuckte. Die Person schien den Wunsch der Kusajishi anzunehmen. Nagi sollte sie ab heute von ihr genannt werden, es reichte der jungen Diebin vollkommen. Das die fremde Dame jenes Treffen nun jedoch als einfaches Gespräch abhandeln wollte und nicht als Geschäft war irgendwie merkwürdig. Noch zuvor hatte Nagisa doch gemeint das es sich für beide Seiten lohnen sollte.

Sowas wie Freunde konnte man sich in diesem Land nicht leisten, nicht als solch eine wie Nagisa, doch diese Fremde besaß manchmal wirklich merkwürdige Ansichten. Ansichten bei denen Nagisa nur die Augenbraue nach oben ziehen konnte, so auch in diesem Moment. Das die Fremde dabei etwas lächelte, bedeutete auch eher nichts. Sicherlich wirkte die junge Diebin wie eine sehr unfreundliche Person, eigentlich war sie jedoch anders, doch die letzten Jahre hatten sie eben geprägt und freundlichkeit oder hilfsbereitschaft halfen einem nie weiter. Auch wenn sie kein Geld oder etwas ähnliches bekam für dieses Gespräch, so bekam sie vielleicht etwas anderes erzählt. Geschichten von Orten die sie nie gesehen hatte, Orte von denen sie vielleicht niemals auch nur gehört hatte. Bevor die Kusajishi jedoch wieder etwas sagen konnte begann die Fremde richtig damit ein Gespräch zu beginnen. Kurzerhand stellte sie sich mit einem wirklich merkwürdigen Namen vor, Lilith von Bismarck...wenn Nagisa ehrlich war konnte sie nicht genau erkennen was davon der Vorname war...im Grunde musste sie wohl davon ausgehen das Bismarck der Vorname war, ein echt komischer Frauenname doch in anderen Ländern herrschten wohl auch andere Sitten. Auch verstand sie nicht was dieses “von” bedeutete....ein zweiter Name? Hatten die Menschen von dort alle zwei Namen welche sie auch immer nannten? Es war echt ein wenig mysteriös in den Augen der Diebin. Die Erzählung der schönen Frau gingen daraufhin weiter, wobei auch der Name ihres Vaters fiel, der ebenfalls Bismarck hieß Also war eher Lilith der Vorname? Oder nannte man auch die Töchter nach ihren Vätern. Meine Güte es war wirklich ein wenig kompliziert, so viele Namen und Worte ohne Bedeutung zu hören. Wilhelm? Europa? Preußen?

Wie groß war die Welt nur wenn es dort so viel gab? Nagisa kannte nur dieses Land, nichts weiter. So etwas wie eine Schule oder Ausbildung bekam sie nie, wieso auch....sie war eine Frau die verheiratet werden sollte, keine Kurtisane welche irgendwas lernen musste um sich ihren Kunden schmackhaft zu machen. Es war echt ein wenig kompliziert in den Augen der Japanerin. So stellte diese Lilith oder wie sie auch hieß nun die gemeine Frage was die junge Dame den wissen wollte. Ha..im Grunde die Bedeutung dieses Satzes eben wäre schon ein guter Anfang. Ruhig räusperte sich die junge Frau bevor sie wieder in Richtung der fremden sah. Europa? Preußen? Ich verstehe leider nicht viel von dem was du sagst. Allerdings weiß ich nichts von außerhalb dieses Landes. Erzähl einfach was dir in den Sinn kommt, ich habe keine Kenntnisse von unserer Welt, lediglich einige Kenntnisse unseres Landes. Gibt es viele Länder? Lässt euer Kaiser auch einen bevollmächtigten Regieren? Ist jedes Land der Welt auf einer Insel? Wie sieht es da draußen aus? Seid ihr Religiös? Was esst ihr? Welche Sitten gibt es bei euch? meinte Nagisa nun in dem sich sehr viele Fragen ansammelten bevor sie sich selbst etwas bremste. Erzähl irgendwas, etwas das du erzählen möchtest. Ich will einfach nur hören wie die Welt da draußen aussieht. Es war gut möglich das es für Lilith nun etwas viel wurde, so viele Fragen auf einmal. Doch im Grunde sollte es ihr wohl nur klar machen das Nagisa nichts spezielles Fragen konnte weil sie wirklich nicht sehr viel wusste. Ob es Lil damit vielleicht zu viel wurde? Nun das risiko musste die Diebin wohl eingehen weil sie sonst nicht sagen konnte was sie fragen möchte, sie wusste einfach nicht was sie im Speziellen sagen konnte.

_________________
~判決 Du verurteilst den Dieb solange du genug zu essen hast 判決~

Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Lilith von Bismarck
avatar

Anzahl der Beiträge : 32
Anmeldedatum : 25.11.14

BeitragThema: Re: Der Markt im Westen   Di Dez 30, 2014 2:33 pm

"Oh, mir fällt gerade auf, dass es sehr unhöflich von mir ist, dir keine Möglichkeit zu geben mich beim Namen zu nennen wie du es möchtest. Du darfst mich Lilith oder Lil nennen, so wie du es lieber hast." Das Nagi wohl Schwierigkeiten mit ihrem vollen Namen hatte, dass konnte Lilith nicht an dem Gesicht des Mädchens ablesen. Sie wusste nur das dieses Mädchen eher Probleme mit dem Verständniss über die Welt hatte. Nicht zu wissen was Preußen ist, konnte man sich wohl erlauben, aber schon bei Europa Schwierigkeiten zu haben? Das wollte in diesem Moment nicht so richtig in den Schädel der jungen Botschafterin. Aber diese ist auch unter dem Aspekt aufgewachsen, dass sie viele schulische Möglichkeiten hatte und außerdem einen Vater hat, welcher sie dazu ermutigte sich mit Politik und Geschichte zu befassen. Okay, hauptsächlich Politik, denn für die Geschichte interessierte sich das Mädchen von allein. Und nun merkte sie in diesem Moment, das ihre Erziehung genau in die richtige Richtung ging, wenn sie ihr jetziges Wissen dafür einsetzen konnte, eine weniger gebildetet Person zu "unterrichten", über etwas was diese nicht wusste. Sie wusste nicht was die Person genau mit den Informationen wollte, sie sah auch nicht so aus als könnte sie diese in ihrem weiteren Leben benutzen. Doch hatte sie das Recht dazu ihr diese Informationen vor zu enthalten? Nein natürlich nicht. Wenn es dem Mädchen so wichtig war etwas über das Leben da draußen zu erfahren, dann sollte sie dieses Wissen auch bekommen.
Lilith lächelte während sie dem jungen Mädchen zuhörte. Sie war immer noch recht "geschockt" über die Tatsache, das sie nichts wusste, doch sie musste sich wohl wirklich damit abfinden. Sie kam nun schon besser damit klar, doch hätte sie sich wohl ein Gespräch gewünscht, bei welchem ihr Gegenüber ein wenig mehr wusste. Doch nun musste sie sich die Frage stellen, wie viel wussten diese Menschen hier eigentlich? Wie viel wussten die Menschen in ihrem Land eigentlich? Wussten diese gerade mal so viel was in ihrem Land passierte? Wenn überhaupt. Wahrscheinlich lebten manche Menschen nur vor sich hin, ohne überhaupt nachzudenken was eigentlich passierte. Diese Menschen hatten dann keine Ahnung von in ihrem Land oder außerhalb ihres Landes passierte. Und wie viele verrückte gab es wohl, die behaupten das Japan das einzige Land ist, welches es gibt? Lilith freute sich schon darauf etwas über die Menschen zu erfahren, die hier lebten und falls sie jemals zurück nach Preußen schaffen sollte, dann wollte sie auch Wissen, was dort geschah. Sie wünschte sich mehr über die Menschen dort zu erfahren. Doch wer würde einer Frau der Politik zuhören? Was eine weibliche Politikerin dachte, das interessierte dort niemanden. Vielleicht ein paar Menschen die sich für die Freiheit aller einsetzen, doch der großteil der Menschen wollte in ihrer eigenen kleinen Welt leben bleiben, in welcher Frauen nicht die Politik bestimmten.
"Europa ist ein Kontinent auf dieser Erde. Auf der Erde, auf welcher wir hier leben, unterscheiden wir in 7 Kontinente. Ich komme aus Europa, einem Kontinent. Neben diesem liegt Asien, hier befinden wir uns gerade." Während Lilith dies erklärte, wünschte sie sich das sie eine Weltkarte hätte, welche dies einfacher machen würde. "Dann haben wir noch Nord- und Südamerika, Afrika." Nun stoppte Lilith kurz, denn sie musste über die anderen Kontinente nachdenken. Geografie war zwar wichtig, doch manchmal konnte sie sich einfach nicht merken was alles ein Kontinent war. Es kam ein wenig kindisch rüber, doch sie zählte gerade die Kontinente an ihren Fingern ab und lächelte als sie wieder wusste was sie sagen wollte. Rein aus Reflex schnipste sie sogar kurz mit den Fingern. Erfreute sie sich gerade wirklich über etwas, was sie eigentlich schon wusste und ohne zu zögern aufzählen hätte müssen? Glücklicherweiße dachte sie nicht darüber nach, denn das hätte sie wohl nur deprimiert. "Antartika und Australien sind auch noch Kontinente. Nun zu der Länder frage. Ja, es gibt sehr viele Länder, denn auf jedem Kontinent haben wir noch unterschiedliche Länder mit einer unterschiedlichen Regierung. Diese alle aufzuzählen wäre aber wohl eine Leistung, welche ich nicht erbringen kann, da dies mehr als Hundert sind. Und das mit den Kontinenten beantwortet auch gleich die Frage mit den Inseln, nein. Kontinente kann man sich als ganze Landmassen vorstellen, wovon eine Insel nur ein minimaler Bruchteil ist. Das heißt, dass fast alle Länder nebenbeinander liegen, was auch recht viele Konflikte verursacht." Sie machte eine kurze Pause bevor sie weitersprach. Es viel ihr schon ein wenig schwer über längere Zeit japanisch zu reden, denn immerhin konnte sie dies nicht perfekt, nur sehr gut. Dies merkte man daran, das sie schon bei ein paar Worten überlegen musste wie diese auf Japanisch hießen, aber immerhin schlug sie sich sehr gut. Sie atmete langsam durch bevor sie wieder anfing zu sprechen. "Ja wie auch ihr, sind wir Religiös. Wir gehören zu dem Christentum, wobei man auch das wieder unterscheiden kann. In Preußen gehören wir hauptsächlich zu den Protestanten, aber dort gibt es noch andere 'Christen'. Und was wir essen? Naja, das was wir haben. Schwein und Rind sind bei uns das beliebteste, aber es gibt ja immerhin noch vieles mehr. Was gibt es denn bei euch zu essen? Und unser König lässt niemand bevollmächtigten Regieren. Er allein hat die volle Entscheidungsgewalt. Aber damit dies nicht nur alles an unserem König hängen bleibt, haben wir noch einen sogenannten 'Landtag', in welchem politische Abgeordnete sitzen." Lilith erinnert sich was ihr Vater immer von diesem Landtag erzählte. Das dieser von den Liberalen langsam unterwandert wird und das man gegen diese Leute etwas machen musste. Doch konnte sie wenig damit anfangen, denn sie wusste nicht was diese Liberalen für schlimme Sachen machten. Vielleicht waren es idioten? Das könnte sehr viel erklären. Unter diesem Aspekt würde sie ihm wohl auch zustimmen. "Hm, wie kann man die Welt da draußen beschreiben? Da kann man ja in Natur und Zivilisation unterscheiden. Bei uns gibt es natürlich sehr viele Wälder, heißt auch eine große Natur, mit sehr viel Grünfläche, welches sich über den ganzen Kontinent erstreckt. Doch wurde vieles von diesen Grünflächen natürlich zugebaut mit Städten und der wachsenden Industrie. Viele Wälder die mal waren wurden abgeholzt für die Menschen. Wenn man in den Städten ist, kann man alles irgendwie als....Grau bezeichnen. Doch wenn man auf dem Land lebt und die Natur spührt, dann wirkt alles viel farbiger in unserer Welt. Doch leider bestimmt die Natur nicht die Politik." Mit ihrem letzen Satz wollte sie eigentlich nur vor sich selbst rechtfertigen, wieso sie in mehr in der Stadt lebte als woanders. Sie musste hautnah bei der Politik bleiben, damit sie nicht aus dem Muster rausfiel. Würde sie ihre Zeit außerhalb der Stadt verbringen, dann würde sie nur so einem Landei werden, welches nicht viel wusste und ihre Zeit verschwendete. Das Lächeln auf ihrem Gesicht verschwand Stück für Stück, je weiter sie darüber nachdachte.

_________________
"Japanisch~Reden"| Denken| "Japanisch~Flüstern"| "Englisch~Reden" |"Deutsch~Reden"
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen http://jxcold.blogspot.de/
Kusajishi Nagisa
avatar

Anzahl der Beiträge : 45
Anmeldedatum : 31.10.14

BeitragThema: Re: Der Markt im Westen   Mo Jan 05, 2015 3:50 pm

Es war wohl mehr als offensichtlich das Nagisa nur wenig von dem verstand was Lilith ihr erzählte. Sie war ja sogar schon ein wenig mit ihrem Namen überfordert. Auch die Ausländerin schien dies recht früh zu bemerken und nannte ihr somit zwei möglichkeiten wie man sie denn nun nennen konnte. Auch wenn Nagisa es äußerlich nicht wirklich zugab, so war sie doch dankbar für diese Hilfe immerhin wusste sie sonst nicht wie sie diese nennen sollte. Doch auch in anderen Gebieten war Nagi wirklich auf verlorenem Posten. Die Fremde erzählte von Dingen, von dennen die Kusajishi nie gehört hatte. Sicherlich wurde sie schon als dumm abgestempelt aber was sollte sie auch sagen? Es hatte nichts mit dumm zu tun, lediglich damit das man es ihr nicht beibrachte. Man konnte noch so intelligent sein und doch würde man nie etwas lernen wenn es nicht eine möglichkeit dazu gab. Nagisa war keine Kurtisane, sie war einfach nur eine Frau und wurde als solche auch erzogen. Ihre Aufgabe war es nicht gebildet zu sein, vieles zu wissen oder lesen und schreiben zu können. Ihre Aufgabe war es im Grunde ihrem Gemahl zu gefallen und naja, fruchtbar zu sein. Sie hatte man ihren Weg festgelegt. Sie würde heiraten und ab diesem Zeitpunkt für ihren Mann da sein und seinen Regeln folgen. Dies war jedoch nie geschehen und so war sie nun zu ungebildet um eine Kurtisane zu sein, kämpferisch nicht gut um eine Soldatin zu werden und auch sonst schien ihr alles verborgen zu bleiben. Dank ihrer Vergangenheit hatte sie im Grunde keine Zukunft mehr in den jungen Jahren von 18. Somit blieb sie still auf ihrer kleinen Kiste sitzen und lauschte den Erklärungen dieser Lil. Zunächst begann sie damit etwas über die Welt allgemein zu berichten. Über Kontinente wozu auch Japan gehörte. Während sie davon sprach versuchte Nagisa es sich vorzustellen doch im Grunde klang es so riesig das man es sich nicht vorstellen konnte. Dieses große Land Japan gehörte zu einem Kontinent und war nur ein Teil von diesem, und solch große Landflächen gab es gleich 7 mal auf der Welt? Es klang einfach beeindruckend und auch wenn es ihr sicherlich nie weiterhelfen würde, so versuchte sie doch so vieles im Kopf zu behalten wie es ging. Dabei fiel ihr auch die Sprache der Fremden auf.

Dafür das sie Ausländerin war, war ihr Japanisch wirklich ziemlich gut. Nicht perfekt, auch in der Aussprache nicht, aber es war wirklich gut verständlich. Als sie ihre Erzählung über die Kontinente beendet hatte, ging ihr Interesse auf die Religionen. Nagisa war wohl vergleichsweise religiös, allerdings eher im Sinne von Aberglaube. Ja sie glaubte fest an eine höhere Macht, ebenso an Geister, Dämonen und andere Wesen dieser Art. Sie war jedoch nicht in der Form religiös das sie alles aus ihrer Religion kannte, jeden Tag betete und so weiter. Dennoch war auch dieses Thema sehr interessant. Die Ausländerin gehörte einer Religion an die sich scheinbar unterscheidete. Im Grunde hätte Nagisa wohl auch hierbei nachgefragt doch SO wichtig war ihr dieses Thema nun doch nicht. Zu wissen das die Menschen außerhalb Japans nicht ohne einen Glauben lebten, reichte ihr schon. Nach jenem Thema sprach sie nur kurz das Gebiet des Essens an wobei sie nur wenig berichtete, gleichzeitig jedoch eine Frage an Nagisa stellte. Hatte sie darüber wirklich nachgedacht bevor sie gefragt hatte, sah Nagisa wirklich so aus als wüsste sie es? Nun im Grunde hatte sie wohl recht, aber Nagi sah nicht danach aus. Reis und Fisch in verschiedenen Variationen ist wohl bei uns das bevorzugte Essen. meinte sie nur kurz auch wenn sie sich etwas unwohl fühlte darüber nachzudenken. In jenem Moment zog sie auch ihren zweiten Spieß unter dem Umhang hervor und nahm einen bissen davon. Auch die Form der Regierung wurde kurzerhand von der jungen Frau aufgegriffen. Der König, wohl so etwas wie der Shogun hatte die alleinige Macht, doch ließ er sich scheinbar von einem Landtag beraten. Irgendwie konnte sie mit dem Namen nichts anfangen, aber ein Herrscher der sich einfach reinreden ließ in seine Entscheidungen? Sicherlich war es ähnlich wie hier, es gab zwar berater aber im Grunde stimmten die immer nur zu. Als Lil dann weiter erzählte klang es wirklich so als würden die Menschen dort sehr rücksichtslos mit der Natur umgehen. Eine Sache die sich Nagisa nie wagen würde, die Geister des Waldes würden es nicht erlauben und sich dagegen wehren, doch vielleicht gibt es in jenem Land so etwas nicht.

Habt ihr den keine Angst vor den Waldgeistern? Irgendwann werden sie euch eure Rücksichtslosigkeit sicher nicht verzeihen und euch verfluchten. So verrückt es auch klang. Wenn man Nagisa bei diesen Worten ansah konnte man klar feststellen das sie kein grinsen auf den Lippen hatte oder eine unterschwellige Nachricht. Sie war schlichtweg ernst und glaubte fest an das was sie sagte. Ruhig blickte sie in den Himmel während sie einen weiteren bissen nahm. Vielleicht haben sie euch aber auch schon aufgegeben und sind verschwunden womit die Wälder bald schon vergehen. sprach die junge Frau nachdenklich bevor sie den dritten Tintenfisch Spieß unter dem Umhang hervorzog und ihn Lilith hinhielt. Nimm, wenn du Hunger hast. Warum sie der Fremden nun sogar etwas zu essen anbot. Weil die Frau sich wirklich die Zeit nahm und ernsthaft versuchte Nagisa etwas zu erklären. Sie behandelte sie recht normal und das obwohl sie wohl weit gebildeter und stolzer war als es Nagisa je sein könnte. Woher weißt du das alles? Bist du eine Kurtisane welche mit ihrem Herren umherreist? Es sollte wirklich keine Beleidigung sein, doch in Japan war es eben so das Kurtisanen im Grunde höher standen als normale Frauen. Sie wurden ausgebildet um ihnen mehr Reize zu geben als nur ihren Körper. Sie sollten Sprachgewandt sein, und auch in Geschichte oder der Dichtkunst unterrichtet werden. Im Grunde war es verständlich warum Nagisa dies also irgendwo dachte. Sie klang auch in ihrer Stimme nicht so als wäre sie beleidigend, einfach nur, verwirrt. Nun gut, ich hatte irgendwie nicht damit gerechnet das du auf meine Fragen antwortest...aber scheinbar habe ich mich ein wenig getäuscht in euch Ausländern. Also ich stehe offen für deine Fragen, insofern ich sie beantworten kann werde ich das tun, doch erwarte nicht zu viel. Ich bin lediglich eine Frau. Eine Frau zu sein galt ja bei vielen Menschen hier schon fast als Beleidigung. Auch Lilith würde das wohl schnell lernen sollte sie einem Samurai oder ähnlichem Begegnen. Sie als Frau hatte hier wohl nur ein paar kleine Rechte, weil sie Ausländerin war, ansonsten wäre sie im Grunde nichts besseres als Nagisa. Doch wer weiß, so genau wusste die Diebin ja noch gar nicht wer hier vor ihr saß.

_________________
~判決 Du verurteilst den Dieb solange du genug zu essen hast 判決~

Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Lilith von Bismarck
avatar

Anzahl der Beiträge : 32
Anmeldedatum : 25.11.14

BeitragThema: Re: Der Markt im Westen   Mi Jan 07, 2015 11:11 pm

Das Lächeln der jungen Politikerin war endgültig verschwunden. Sie schaute das junge Mädchen jedoch nicht mit einem kalten sondern eher neutralen Blick an. Noch immer schwirrten ihr die Gedanken durch den Kopf, welche sie kurz vorher erst gegenüber Nagi aussprach. Ihr ging der Gedanke einer grauen Welt durch den Kopf. Eine Welt, welche so Grau war, dass es keine Natur mehr gab. Wie kam sie nun auf so pessimistische Gedanken? Selten hatte sie schon darüber nachgedacht, wie die Welt eigentlich aussah, auch wenn sie dies nicht offen zeigte. Wenn sie mit ihrem Vater durch verschiedene Städte ging, dann versuchte sie immer alles im Blick zu halten, damit sie auch nichts verpasste. Und an solchen Tagen sah sie die Welt, wie sie sie eigentlich nicht sehen wollte. Überall war Dreck und die Straßen waren überfüllt mit armen Menschen, welche sich nicht mal richtige Kleidung leisten konnte. Was sie in solchen Momenten jedoch immer aufmunterte, war einmal die Nähe die sie zu ihrem Vater in solchen Momenten hatte und das kleine Kinder trotzallem seelenruhig auf der Straße spielen konnten. Natürlich interessierte sie dieses Thema eher weniger als sie noch jünger war, doch je älter sie wurde, desto mehr Gedanken schwirrten ihr durch den Kopf. Wo sie früher noch Kopfschüttelnd wegschaute, dachte sie heute darüber nach. Doch brachten all ihre Gedanken nichts, weshalb sie sich mehr und mehr der Arbeit selbst zuwandte, bis sie zu dem Mädchen wurde, welches sie nun ist. Gegenüber der jungen Japanerin versuchte sie langsam wieder ein einermaßen freundliches Gesicht aufzusetzen, auch wenn man leicht erkennen konnte, dass dies nur ein Fake war. Dies lag natürlich nicht an Nagi selbst, sondern einzig und allein an den Gedanken, welche Lil durch den Kopf gingen.
Das Gespräch ging mit den Aussagen Nagis weiter, welche nur das Thema essen nochmals ansprach. Dies interessierte Lilith eher weniger, denn einmal ging es nur um Essen und zweitens würde sie wohl schon sehr bald damit konfrontiert werden. Natürlich machte sie sich kurzzeitig immer mal Gedanken darüber, was sie wohl Essen würde in diesem Land und kurz bevor sie aus Preußen abbreiste, hatte sie schon kurz das Gefühl, dass sie die Speisen vermissen wird. Wie lang sie wohl hier in Japan bleiben wird? Laut ihrem Vater müsst sie wohl länger bleiben, denn hier war einer der einzigen Orte, an welchen sie derzeit nützlich war. Aus ihren Gedankenfluss wurde Lilith wieder gerissen, als Nagi angefangen hat über Waldgeister zu sprechen und an ihrem Gesicht konnte man sehen, dass dies keine Scherzfrage war. Sie meinte wirklich Waldgeister. In den Ohren von Lil hörte sich dies nur nach einem Witz an, doch sie hörte auch von Kulturen, welche an Waldgeister glaubte. Ein komischer Aberglaube, doch in manchen Fällen wohl berechtigt. Lilith musste überlegen wie sie nun auf diese Frage antworten würde, erst recht, weil sie diese Frage nicht so ernst nehmen konnte wie das Mädchen vor ihr. Manchmal fiel der Gedanke an die Religion bei Lilith eher in den Hintergrund, auch wenn sie immernoch Gläubig war. Sie konnte jedoch nicht mit ihrem Glauben herumprahlen oder diesen jedem auf die Nase binden, erst recht nicht in einem Land, in welchem Fremdes nicht gern gesehen wird. "Wir in Europa glauben nicht an Waldgeister. Die reichen Menschen, welche die Natur wohl am meisten beschädigen, denken wohl eher nur an das Geld welches sie haben und bekommen." Dabei dachte sie hauptsächlich an die Abholzung von Wäldern für irgendwelche neuen Fabriken welche noch immer gebaut werden. Auch dachte sie teilweiße an den Krieg, bei welchem die Natur natürlich auch beschädigt wurde in gewissen Maßen. Doch nachdem sie nun schon den Tiefpunkt erreicht hatte im Bezug auf die Natur, konnte sie sich davon nicht mehr herunter ziehen lassen. "Die ärmeren Menschen glauben aber auch nicht an Waldgeister, weil diese keine Zeit haben sich darüber Sorgen zu machen." Bei dieser Aussage ging sie davon aus, dass das Mädchen vor ihr es wohl verstehen würde. Arme Menschen mussten, in Lilith ihren Augen, hauptsächlich wohl um ihr Überleben "kämpfen", da hat man nicht viel Zeit sich um sowas zu sorgen.
Leicht verwirrt sah sie zu Nagi, als diese ihr etwas zu Essen anbot. Sie hätte nicht wirklich damit gerechnet von einem fremden Mädchen etwas zu essen bekommen und sah aus dem Blickwinkel von dieser auch keinen Grund warum sie dies tun sollte. Dankend nahm sie den Spieß natürlich an, auch wenn es nicht wirklich das war was sie wollte. Sie konnte nur nicht dieses Angebot ausschlagen, immerhin wollte sie das Mädchen nicht auf irgendeine Weise verärgern, denn vielleicht dachte diese dann nur, dass Lilith kein Essen von ihr haben wollte weil sie auf irgendeine Weise Minderwertig war. Sie lächelte kurz, bevor sie dann vorsichtig in den Aal hinein biss. Während sie dann das Essen kaute, welches sie kurz vorher von dem Mädchen bekommen hatte, musste sie erst einmal überlegen was genau eine Kurtisane war. Sie hatte keine Schwierigkeiten mit dem Begriff an sich, sondern musste sie überlegen was dieses Wort noch gleich genau hieß. Hier merkte sie wieder, dass sie noch viel lernen musste, was die japanische Sprache anging. Ihre Augen weiteten sich kurz nachdem sie wieder darauf kam was es hieß. Sie wusste nicht wie sie darauf reagieren sollte, denn immerhin war dies auch eine ernst gemeinte Frage der jungen Dame. Sollte sie nun böse darüber sein, als so eine Frau angesehn zu werden? Ein wenig beeleidigte sie es schon, doch ignorierte sie dies in diesem Moment. Das Gespräch lief zu gut, als das sie böse über so etwas sein konnte. Trotzdem grummelte sie kurz. "Nein ich bin keine Kurtisane. Ich bin eine Politikerin aus Preußen, welche dies und einiges mehr schon früh lernen musste." Erklärte sie kurz und knapp.
Nachdem wohl die Fragerunde von Nagi vorbei war, kam nun Lil zum Zug. "Gut, dann werde ich dir nun ein paar Fragen stellen. Falls du etwas nicht weißt werde ich dir nicht böse sein, auch musst du auf unangenehme Fragen nicht antworten." Stellte sie erst einmal klar. Natürlich hoffte sie, das Nagi auf alle Fragen antworten würde, doch das konnte sie nicht erwarten. "Ich würde gerne erst einiges über dich erfahren. Zum Beispiel möchte ich wissen wieso du so viel Wissen möchtest über den Ort von welchem ich komme und wie du dein Leben hier in Japan lebst? Womit verdienst du Geld oder wie kommst du an dein Essen? Was machst du den ganzen Tag? Was denken die Menschen hier über dich? Und wieso möchtest du nicht mit "Sie" angesprochen werden? Und ich hätte auch ein paar Fragen über die Menschen aus dieser Stadt. Zum Beispiel würde ich gerne wissen wie diese wirklich so sind. Sind diese so feindlich gesinnt wie ich gehört hatte? Wieso sind sie so feindlich gesinnt? Und wie sieht so ein gewöhnlicher Tag hier aus? Sterben am Tag viele Menschen in der Stadt, wenn überhaupt?" Nun wartete Lilith nur noch ab, auf wie viele Fragen Nagi wohl eingehen würde. Natürlich sprach sie dies alles auch nicht zu Laut aus, sondern nur so laut, damit Nagi es verstehen konnte. Sie wollte keine Aufmerksamkeit auf sich ziehen, wenn die ständig von "den Menschen" sprach.

_________________
"Japanisch~Reden"| Denken| "Japanisch~Flüstern"| "Englisch~Reden" |"Deutsch~Reden"
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen http://jxcold.blogspot.de/
Kusajishi Nagisa
avatar

Anzahl der Beiträge : 45
Anmeldedatum : 31.10.14

BeitragThema: Re: Der Markt im Westen   Do Jan 08, 2015 12:08 am

Das der Glaube außerhalb von Japan etwas anders war lag ehrlich gesagt außerhalb von Nagisas Vorstellungskraft. Auch wenn Menschen nicht an die Götter glaubten, an Geister und Dämonen, so würden sie von diesen Heimgesucht werden. Man muss nicht an sie glauben, es gibt sie einfach. Zumindest war das die Einstellung der jungen Kusajishi. Was euch nicht vor ihnen schützen wird. meinte Nagisa daher nur etwas leise, nicht um eine Diskussion anzufachen sondern eher um ihre Warnung ausgesprochen zu haben. Ob diese Lil dies berücksichtigen würde oder nicht war ihr so oder so egal. Sie hatte keine wirklich Bindung zu dieser Frau und von daher lag ihr nichts an ihrem Überleben. Allerdings schien es außerhalb von Japan ähnliche Kasten zu geben, die Armen Menschen mussten jeden Tag ums Überleben kämpfen während die Reichen leute sich den Bauch vollschlugen. Ob diese Lil zu den reichen oder armen gehörte? Nun anhand ihrer Kleidung würde Nagisa wohl eher darauf tippen das sie eine Adelige war, aber sollte sie wie erwartet doch eine Prostituierte sein, würde es auch ihre Kleidung erklären. Ein Herr würde seine persönliche Bedienstete wohl nicht wie einen alten Lumpen rumlaufen lassen...so wie die Diebin also. Nachdem Nagisa jedoch ihre Frage gestellt hatte schien die Fremde ein wenig darüber nachdenken zu müssen. War sie sich nicht sicher oder kannte sie das Wort einfach nicht? Vielleicht sollte Nagisa versuchen es ihr zu erklären. Doch noch während sie ein Stück von ihrem Spieß abgebissen hatte und überlegte ob sie es tun sollte, kam auch schon die Antwort von Lilith. Sie war keine Kurtisane, sondern eine Politikerin. Eine Frau als Politikerin? Eine Interessante Sache die Nagisa so im Grunde nie gesehen hatte. Gab es in Japan eine Frau die oben mitsprach? Nun abgesehen von der Familie des Shogun oder ähnlichen Dingen..nicht das sie sich erinnern würde. Vielleicht wäre Nagi noch etwas darauf eingegangen doch nun war wohl Lilith an der Reihe. Still kaute Nagisa ein weiteres Stück womit der Spieß fast weggegessen war. Die Fragen häuften sich und irgendwie bereute die Diebin es schon fast ihr dieses Angebot gemacht zu haben. Was sie jedoch am meisten Verwunderte war wohl die Tatsache das jene Frau etwas über sie wissen wollte. Warum? Sah man nicht das sie keine Existenz hatte im Grunde? Sie trug außer ihrem Umhang ja derzeit nur jene zerrissen kurze Hose welche sie gefunden hatte und ein zu kurzes Stück Stoff am Oberkörper, Schuhe oder irgendwelche Edlen Sachen fehlten komplett. Dennoch wollte Nagisa ihr Wort halten, geschäft war geschäft und auch Lilith hatte ihre Fragen beantwortet.

Ich verstehe zwar nicht warum du etwas über mich wissen willst, aber gut. begann die junge Frau ihre Antworten. Nachdem sie sich nur kurz räusperte, folgte ihre Ausführung. Du fragst also wieso ich soviel wissen möchte. Ich denke um ein wenig meine Fantasie zu erweitern. Ich weiß nichts über die Welt da draußen, ich weiß nicht mal viel über die Welt hier, dies war allerdings auch nie meine Aufgabe oder etwas das für mich von Bedeutung war. Wie ich bereits sagte....ich bin eine Diebin, ich stehle. Es ist nicht so als hätte ich mir diesen Weg ausgesucht, doch gibt es keine anderen Möglichkeiten. Ch lebe auf der Straße und im Grunde dreht sich jeder Tag nur darum Essen zu finden oder vielleicht irgendeine andere Besonderheit, Kleidung oder dergleichen. Wie die Menschen mich sehen? Für die Menschen hier bin ich nicht Existent. Menschen wie ich, werden nicht mehr als Menschen anerkannt oder behandelt. Wir werden einfach ignoriert, somit entgehen die anderen Problemen. Deswegen will ich wohl auch nicht Respektvoll angesprochen werden. Meine Familie fiel in Ungnade, womit ich meinen Stand, mein Ansehen und im Grunde mein Leben verloren habe. eine kurze Pause folgte in der Nagisa ein leises seufzen von den Lippen ging. Wenn man bedachte wie ihr Leben eins war....es drehte sich um Schönheit, sie wurde teilweise sogar verehrt...und nun, naja.....sie sollte aufhören die Vergangenheit zu betrauen. Die Menschen sind nicht feindseelig, jedenfalls nicht ohne Grund. Sie sind strikt und halten an ihrer Geschichte, ihren Ahnen und ihrer Kultur fest. Als die ersten Schiffe der Ausländer kamen und das Land angriffen, keimte in jedem Menschen dieses Landes ein Hass gegen alle Arten von Ausländern auf.

Sie trauen euch nicht, haben Angst ihre Lebensweise zu verändern. Sie wollen einfach nicht das ihr euch in irgendetwas einmischt. Menschen sterben hier täglich, dies liegt an den Gesetzen. Wer dagegen verstößt wird meist sofort hingerichtet. Vielleicht habt ihr es schon gesehen und nur nicht wahrgenommen. Verbrecher werden öffentlich zur Schau gestellt und Hingerichtet. Meist auf sehr grausame Weise. Ansonsten liegt das Land in einer Art, Bürgerkrieg. Die Menschen sind etwas gespalten, einige stehen auf der Seite des Shoguns, andere auf der Seite des Kaisers. Die Krieger bekämpfen sich wenn sie nur den kleinsten Grund dafür sehen. Alles ist angespannt und das auftauchen von euch Ausländern hat wohl viel dazu beigetragen. Wie ein gewöhnlicher Tag hier aussieht? Das kann ich wohl nicht so sagen. Ich weiß nicht wie ein Mensch hier lebt, mein Tag ist immer gleich. Aufstehen, essen suchen, Beute machen und zurück in ein Lager.
Natürlich hatte Nagisa sich nun etwas kürzer gehalten. Sie hätte noch viel Detaillierter werden können doch das hätte wohl eine sehr lange Erzählung zur Folge gehabt. Auch wollte sie nicht wirklich alles von sich preisgeben, schon gar nicht was genau passiert war, wer sie früher war und das sie unter anderen umständen aufgezogen wurde. Das alles hatte keine Bedeutung mehr, auch wenn diese Fremde wohl eh nicht viel damit anfangen konnte. Sie würde wohl nicht mal ihren Namen können. Nachdem sie ihre Erklärung beendet hatte biss die junge Frau auch ihr letztes Stück vom Spieß. Ihr Magen war gefüllt, im Grunde war sie damit auch schon zufrieden, morgen würde sie erneut auf die Jagd gehen doch bis dorthin hatte sie nun Ruhe. Sie aß im Grunde ja eh nur noch einmal am Tag. Nun war sie jedoch gespannt wie diese Preußin reagieren würde und worauf sie genauer eingehen würde.

_________________
~判決 Du verurteilst den Dieb solange du genug zu essen hast 判決~

Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Lilith von Bismarck
avatar

Anzahl der Beiträge : 32
Anmeldedatum : 25.11.14

BeitragThema: Re: Der Markt im Westen   Do Jan 08, 2015 3:56 pm

Gespannt wartete die junge Politikerin auf die Antwort der jungen Dame. Das diese erst nochmal auf das Thema der Religion mit den Waldgeistern einging, dass hörte Lilith kaum, dafür sprach das Mädchen zu leise. Hätte Lilith dies wohl gehört, dann wüsste sie nicht wie sie darauf reagieren sollte. Hätte sie eine Diskussion über Religion führen müssen oder hätte sie es einfach ignoriert? Da das Mädchen nicht mehr weiter darauf einging und es somit wohl selbst nicht für so wichtig empfand, konnte daraus sowieso kein Gespräch entstehen. Das Lächeln der Politikerin kam wirklich nicht wieder, doch Nagi schien nicht darauf zu reagieren, was wohl eher positiv war. Lil hätte wohl in diesem Moment keine Lust gehabt darauf einzugehen, erst recht nicht, wenn es nun um ihre Fragen ging. Wie weit dieses Mädchen wohl auf ihre Fragen eingehen würde? In dem Moment in welchem sie sich dies dachte fing das Mädchen auch schon an darüber zu reden. Da Lilith nicht fließend in der japanischen Sprache war, konzentrierte sie sich nun genau darauf was dieses Mädchen ihr alles erzählte. Sie wollte immerhin nicht missverstehen und sie wollte sich ja auch weitere Gedanken darüber machen.
Es war wohl wirklich verständlich, dass Nagi sich fragte warum Lilith etwas über sie wissen wollte. Eigentlich ging es Lilith dabei darum mit was sie für einer Person sie hier nun wirklich sprach. War sie so "normal" wie sie für sie erst rüberkam oder würde sich nun herausstellen, dass sie im Grunde ganz anders wars? Vielleicht würde sie nun irgendwelche extremen Aussagen von sich geben oder ähnlches. Dies würde sich natürlich dann auch auf ihre Glaubwürdigkeit auswirken, doch eigentlich hatte Lilith ein gutes Gefühl bei dieser Person. Doch man konnte immerhin nie wissen. "Es interessiert mich nur wie sie das Leben so erleben." gab sie als Antwort darauf. Natürlich konnte sie einer anderen Person nicht sagen, dass sie dieser noch nicht wirklich trauen konnte. Ob das eine angemessene Antwort für die Japanerin war? Und wie sollte Lilith nun darauf reagieren, dass sich vor ihr eine Diebin befand? Sie tat überhaupt nichts. Natürlich dachte sie darüber nach, doch sie interessierte sich eher für die Geschichte dahinter. Das Nagi nicht zu der höheren Gesellschaft gehörte, dies konnte man sich schon denken, doch das sie eine Diebin war, kam für Lilith ein wenig neu rüber. Die Familie war in Ungnade gefallen? Man ignorierte sie in dieser Gesellschaft um Problemen aus dem Weg zu gehen? Das Menschen mit einem schlechten sozialen Status ignoriert wurden, das wusste Lilith, doch selbst dies legte sich in Europa immer mehr. Sie konnte es sich also nicht genau vorstellen wie dies dann in diesem Land aussah. Auch wusste sie nicht wie viele Menschen unter so einem Status litten und noch weniger konnte sie nachvollziehen wie sich dies anfühlen musste. Irgendwie deprimierend ging ihr nur durch den Kopf, bei dem was das Mädchen ihr erzählte, aber immerhin scheint sie ehrlich zu sein. Auch die ausländefeindliche Gesinnung schien Sinn zu machen. Nichts anderes würde man auch in anderen Ländern sehen, denn wer konnte schon als normaler Bürger dies alles verstehen was alles um sie herum passierte. Man lebt ein "normales" Leben und plötzlich kommt ein anderes Land und mischt sich in die Politik des eigenen Reiches ein? Als politisch engagierte Frau wusste Lilith jedoch, dank ihres Vaters, das dies immer so sein wird und man als einzelne Person, wenn überhaupt als ganze Gruppe, über längere Zeit etwas dagegen machen konnte. Man konnte zwar Menschen ausschließen, doch wie lange würde dies wirkich funktionieren? Wobei es in Preußen noch immer Menschengruppen gibt, welche nicht gerne gesehen werden. Es war ein sehr umfassendes Thema, über welches sie noch nicht nachdenken wollte. "Machst du dir viele Gedanken um das, was um dich herum geschieht? Um die Menschen die hingerichtet werden? Oder um den Bürgerkrieg?" Wie war dieses Mädchen politisch eingestellt? Interessierte es sie überhaupt? Lilith ging nicht davon aus. Und das Menschen öffentlich Hingerichtet wurden, dies konnte sie nicht verstehen. Sie wollte es nicht verstehen. Sie wollte es noch nie so wirklich verstehen, doch musste sie es aktzeptieren. Wenn jemand etwas komplett schreckliches getan hatte, dann musste diese Person wohl bestraft werden. Und wenn es der Tot sein sollte. "Du hast zwar gesagt, dass du nicht weißt auf wie viele meiner Fragen du eingehen kannst, doch du hast mir schon sehr geholfen. Dankeschön." Lilith beließ es dabei. Würde das Mädchen noch weiter auf das alles eingehen, so würde Lil bestimmt nichts dagegen sagen, doch sie wollte das Mädchen nicht weiter mit diesen fragen stören. Schon allein, weil sie genug erfahren hatte in diesem Gespräch. Die genaueren Infos würde sie nun bestimmt noch von höher gestellten Personen bekommen, sie musste sie nur darauf ansprechen. Am besten jedoch die richtige Person. Würde das Mädchen nun auch noch auf die letze Frage antworten können, dann wüsste sie zumindest, wie cirka andere Personen über diese Situation dachten. Lilith biss wieder zögernd in den Aal hinein, welchen sie von Nagi bekommen hatte. Sie hatte nichts gegen dieses Essen, doch musste sie sich immerhin noch an dieses Essen gewöhnen. Man konnte schon froh darüber sein, dass dieses Essen immerhin schmeckte und nicht so komisch war wie sie es sich vorstellte. Und jetzt wo sie über das Essen nachdachte, störte sie ein wenig der Gedanke daran, dass Nagi ihr diesen Aal gegeben hatte, denn diese brauchte dieses Essen wohl mehr als Lilith. Und sie wusste noch nicht ob es sie stören sollte, dass sie nicht wusste ob dieser Aal gestohlen war oder ehrlich gekauft. In was für eine Situation sich die junge Politikerin hier nur begeben hatte.

_________________
"Japanisch~Reden"| Denken| "Japanisch~Flüstern"| "Englisch~Reden" |"Deutsch~Reden"
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen http://jxcold.blogspot.de/
Kusajishi Nagisa
avatar

Anzahl der Beiträge : 45
Anmeldedatum : 31.10.14

BeitragThema: Re: Der Markt im Westen   Do Jan 15, 2015 12:27 pm

Noch immer war Nagisa nicht wirklich klar warum diese Person solche Fragen stellte. Was konnte sie schon damit anfangen? Nagisa war keine Person von hohem stand, dinge über ihr Leben waren einfach uninteressant. Sie würde sowieso nichts damit anfangen können. Aber die Diebin hatte versprochen zu antworten und einen grund zu lügen gab es in diesem Moment nicht, warum sollte sie es also tun. Die Erzählung von Nagisa war nicht allzu lang, sie hielt ihre Beschreibungen eher kurz und Oberflächlig und solange diese Lilith nicht weiter nachharken würde, gab es auch wenig grund das ganze noch weiter auszuschmücken. So erzählte die junge Frau von jenen Themen, ihrer Familie, der Ausländerfeindlichkeit und anderen Dingen, natürlich nur von ihrer Sicht aus gesehen. Mit normalen Menschen konnte sie eh kaum noch reden und über Politik oder ähnliches Philosophieren. Sie war schon froh wenn ein Verkäufer mit ihr sprach sofern sie ihm anzeigte das sie etwas Geld dabei hatte. Nun ja, über die ganze Erzählung blieb die blonde Schönheit eher ruhig. Aufmerksam hörte sie den Worten zu während Nagisa hin und wieder mit ihren Beinen etwas nach vorne und hinten schwang. Wirklich bequem war so eine Holzkiste nunmal nicht, doch wenn sie schon reden sollte dann wollte sie auch sitzen. Als Nagisa letztlich ihre Gedanken genannt hatte gab es keine wirkliche Reaktion darauf, nur eine weitere Frage der Fremden. Ob sie sich denn Gedanken um einige Dinge in diesem Land machen würde. Eine Frage die etwas unverständlich war in Nagisas Augen. Sah sie so aus als würde sie die Zeit haben und es als so wichtig erachten darüber nachzudenken? Doch im Grunde konnte sie auch darauf antworten. Normalerweise nicht. Ich versuche einfach nur zu überleben, alles andere zieht eher an mir vorbei. Ich denke das unser Shogunat die bessere Zukunft für das Land bereit hält und hoffe daher das ihre Anhänger sich durchsetzen. Ich denke auch das unsere Gesetze etwas zu hart sind. Menschen werden für kleine Vergehen hingerichtet wenn der Richter einen schlechten Tag hat. Vielleicht sollte man ihnen dann wenigstens einen angenehmen Tod bescheren. Der Bürgerkrieg nun....ich persönlich mag ihn. Das klingt vielleicht komisch aber sobald ein Trubel ausbricht und die Menschen abgelenkt sind haben Leute wie ich leichtes Spiel. In solchen Momenten können wir viel Gewinn erzielen. sprach Nagisa etwas kaltherzig während sie ihren Kopf nach hinten neigte und ein wenig in den Himmel sah. Ja so egoistisch es auch klang, es war nunmal ihre Sicht. Hätte sie mehr Geld wäre ihr all das vielleicht wichtiger vorgekommen, doch war dies nicht der Fall.

Nagisa war Arm und sie musste stets schauen das sie an guten Tagen genug zusammen bekam um auch an schlechten Tagen zu überleben. Still aß sie den Rest ihres Spießes bevor sie den kleinen Spieß zu Boden fallen lies. Als Lilith erneut die Stimme erhob konnte Nagisa nicht anders als etwas überrascht über ihre Worte die Augenbraue nach oben zu ziehen. Kein Problem, hatte eh nichts vor. Dennoch verstehe ich nicht wirklich inwiefern dir das nun geholfen hat. Wie gesagt sind es ja nur meine Ansichten, Ansichten von einer kleinen Person von der Straße. meinte die Diebin nur schlicht. Es war nicht abwertend gesprochen von ihr, einfach nur realistisch. In wieweit diese Informationen der Frau nun helfen würden, verstand sie einfach nicht, aber gut von Politik verstand sie sowieso rein gar nichts, wie von so vielen anderen Dingen auch. Stille kehrte ein, jedenfalls kurz. Ruhig schob Nagisa ihr Gesäß von der Kiste und landete wieder auf ihren Füßen. Gibt es sonst noch etwas das du wissen willst oder wofür du meine Anwesenheit benötigst? meinte sie nur während sie sich den Hintern abklopfte vom Dreck und Staub. Im Grunde gab es nun wohl nichts mehr hier zu tun, vielleicht sollte sie sich also einfach wieder auf den Weg machen und “ins Land ziehen”. Sie hatte für heute gegessen, nun galt es nur noch etwas Geld zu machen und schon war es ein guter Tag. Wenn ich dir einen Rat geben darf....du solltest schnell herausfinden welchen Menschen in diesem Land du Respekt entgegenbringen musst und bei welchen du es vielleicht nicht tun solltest. Manche Leute sind dabei sehr stolz und wenn du ihre Ehre und ihren Stolz verletzt wirst du vielleicht um dein Leben fürchten müssen. Wenn sie einem Daimyo keinen Respekt entgegen brachte, konnte es mit dem Tod enden, auch einem Samurai sollte man Respekt entgegen bringen weil diese Oftmals ihr Schwert benutzen wollten und es auch durften, je nachdem in wessen Dienst sie stehen. Sie sollte wirklich schauen wem sie Respekt entgegenbringen musste und wie sie diese Personen erkannte. Leider war Nagisa darin nicht mehr ganz so gebildet nach diesen letzten Jahren.

_________________
~判決 Du verurteilst den Dieb solange du genug zu essen hast 判決~

Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Lilith von Bismarck
avatar

Anzahl der Beiträge : 32
Anmeldedatum : 25.11.14

BeitragThema: Re: Der Markt im Westen   So Jan 18, 2015 9:50 pm

Ein nicken bestätigte, dass Lilith alles verstanden hatte, was Nagisa erzählte. Sie fand es recht interessant die Sicht der jungen Diebin zu hören. Selbst wenn Nagisa eindeutig unpolitisch war, konnte sie immerhin eine ansprechende Meinung dazu abgeben. Der letzte Teil bezog sich zwar nur auf ihren "Beruf", aber selbst dies war interessant, denn immerhin war sie "für" einen Bürgerkrieg. Das dies alles von Nagisa recht kaltherzig runtergesagt wurde, ignorierte Lilith, immerhin war dies nicht sonderlich wichtig. In was für eine Lage sich dieses Land gerade befindet, ist recht interessant. Ich sollte mir mehr Gedanken dazu machen. Lilith atmete kurz durch. Wie wahrscheinlich wär es wohl in diesem Moment noch eine weitere Person zu finden, welche sich so lange mit ihr Unterhalten würde? Nagisa war wohl eindeutig eine Ausnahme. All diese Menschen hier, würden sich wohl kaum nun mit einer Ausländerin unterhalten, egal wie sehr Lilith dies wollte. Vielleicht sollte sie am besten einfach wieder zurück gehen, denn hier zu bleiben würde sich nun nicht mehr lohnen. Auch Nagisa wollte wie es aussieht schon gehen.
"Auch das Wissen einer einzelnen Person kann recht interessant, wenn nicht sogar wichtig sein. Schon allein deswegen, weil ich von diesem Ort noch viel zu wenig weiß. Wer mir hilft, der hat sich auch meinen Dank verdient." Lilith lächelt das Mädchen an. Wie würde das Mädchen nun wohl reagieren? Wieder eine Kommentar darüber abgeben, das dies unnötig sei oder diesen Dank einfach aktzeptieren? Natürlich war die Reaktion des Mädchens nicht wirklich wichtig für Lilith, doch trotzdem konnte man sich dies ja in Gedanken nebenbei Fragen. Lilith ging davon aus, dass dieses Mädchen den Dank von Lilith nicht einfach aktzeptieren würde. Nach diesem Gespräch konnte man ganz sicher sagen das sie nicht wirklich viel von sich selbst hielt, was ein wenig traurig war. Natürlich gibt es immer mal Situationen in welchen man sich Unbedeutend fühlt, doch dies im Dauerzustand zu fühlen? Ein Erlebnis, welches sich Lilith nich vorstellen konnte.
Brauchte Lilith die Anwesenheit dieser Person noch? Sie wusste es nicht. Dieses Mädchen wusste bestimmt noch viel, worüber Lil gerne mehr gewusst hätte, aber für diesen Moment war es eigetnlich genug Information. In dem Moment, wo Lilith einfach das Gespräch mit einem normalen Handeschütteln beendet hätte, kam das Mädchen jedoch mit einem neuen Thema. Diese wusste es vielleicht nicht, doch machte sie die junge Politikerin damit wieder recht neugierig. Das Wort "Respekt" fiel in diesem Gespräch schon ein wenig früher. Doch wie war das mit dem ganzen Respekt-zeug in diesem Land wirklich? In Preußen war dies zwar schon wichtig, dass man allen Respekt zeigte, doch wenn Lilith sich an die Erzählungen ihres Vaters erinnert, dann war dieser nicht unbedingt eine freundliche Persönlichkeit zu anderen Abgeordneten. Nicht mal zu seinem Vorgesetzten, den König, war er immer komplett Respektvoll. "Woran erkenne ich denn, wer meinen Respekt "verdient" und wer nicht? Kann man einer Person anmerken, dass sie sich mir gegenüber feindlich Verhalten wird? Es tut mir leid, dass ich dir schon wieder Fragen stelle, obwohl ich gesagt habe das ich fertig bin." Von dem was Nagisa sagte, hätte wohl Lilith erstmal weniger Probleme, denn immerhin zeigte sie doch immer Respekt gegenüber anderen im ersten Moment. Doch sie hatte auch den Drang in einen respektlosen Status zu verfallen, wenn sie einem Idioten gegenüber stand. Doch würde man ihr erklären, bei welchen Personen man darauf achten musste, hätte sie es bestimmt noch leichter. Doch wusste dieses Mädchen in diesem Fall überhaupt weiter? Lilith konnte sich nicht sicher sein, einerseits weiß sie nichts über die Geschichte der jungen Diebin. Andererseits kann es aber auch sein, dass dieses Mädchen so gut "zurecht" kommt, weil sie wem gegenüber sie Respekt zu zeigen hat. Lilith entwickelte ein Gefühl der Interesse gegenüber der jungen Diebin, erst recht an ihrer weiteren Geschichte. Wäre es aber nicht unhöflich nun einfach solche Fragen zu stellen, obwohl man sich nicht wirklich lang kannte? Wie wäre die Situation eigentlich, wenn die beiden sich nun voneinander verabschieden würden, aber sich irgendwann wieder treffen? Da dieses Mädchen vorher sagte, dass dieses Gespräch möglicherweiße nicht positiv für Lilith ist, wusste sie nicht, wie sehr es ihr schaden würde, später wieder mit dem Mädchen zu reden.

_________________
"Japanisch~Reden"| Denken| "Japanisch~Flüstern"| "Englisch~Reden" |"Deutsch~Reden"
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen http://jxcold.blogspot.de/
Kusajishi Nagisa
avatar

Anzahl der Beiträge : 45
Anmeldedatum : 31.10.14

BeitragThema: Re: Der Markt im Westen   Sa Jan 31, 2015 2:51 pm

Vieles was diese Fremde von sich gab konnte Nagi einfach nicht so recht verstehen oder nachvollziehen. Die Tatsache das sie Nagisa als Menschen ansah schonmal war in ihren Augen unverständlich. In diesem Land war sie nicht mehr als Dreck doch für die Ausländerin war das nicht so. Obwohl sie eine Diebin war und auf der Straße lebte redete sie mit der Kusajishi. Nachdem die junge Diebin ihre Ansichten preisgegeben hatte welche sicherlich alles andere als mitfühlend oder ähnliches waren, sprach Lilith von Bismarck...oder so in etwa hieß sie dame ja...erneut von einem Dank. Warum tat sie das selbst nachdem Nagisa gesagt hatte das es nicht angemessen wäre. Es war ihr wirklich unangenehm, doch was sie nicht zugeben würde war wohl auch die Tatsache das es ihr irgendwie wieder das Gefühl gab ein Mensch zu sein. Ein Mensch den man respektieren würde. Doch wie es ihre Art nunmal war verschränkte sie nur kurz die Arme und ließ ein leises seufzen von sich hören. Keine Ursache, aber vielleicht solltest du dir das echt abgewöhnen. Es war kein Befehl oder sowas nur einfach die Art von Nagisa zu sagen, es wäre besser für dich sowas zu lassen. Nachdem jedoch einige Momente stille herrschte dachte die Kusajishi auch schon das es nun wohl Zeit war zu gehen. Lilith hatte keine weiteren Fragen und auch Nagisa hatte wohl vieles erfahren über das sie nachdenken durfte. Es war eine gelungene Abwechslung in ihrer Fantasie über die Welt da draußen nachzudenken und was die blonde Schönheit gesagt hatte schien ihre Vorstellungskraft ein wenig anzuheizen. Dann jedoch stellte die Preußin eine weitere Frage. Das sie eine Frage stellte war im Grunde kein Problem, doch die Frage selbst war schon schwieriger. Wie sollte man bitte diese Frage beantworten?

Nagisa war ein wenig überfragt. Man wusste einfach wem man Respekt zollen musste und wem nicht, das war einfach normal für sie. Sie wusste es halt, doch auf was man achten konnte. Wie würde sich das am besten zusammenfassen oder beschreiben lassen. Ruhig dachte sie nach bevor sie nach einigen Sekunden jedoch eine Idee hatte. Nun das ist gar nicht so einfach zu sagen. Ich weiß es einfach daher kann ich nicht sagen auf was man achten sollte. Aber der Stand zeigt ganz einfach an wer Respekt verdient hat und wer nicht. Menschen von hohem Stand, wozu natürlich unsere Regierung, der Kaiser und die Mitglieder großer und bedeutender Familien gehören, sowie die Samurai verdienen deinen Respekt. Dabei ist das Geschlecht oder Alter egal. Ein Kind eines großen Hauses verdient ebenso deinen Respekt wie auch der Hausherr selbst. Ansonsten kannst du auch darauf achten wie andere Menschen mit deinen Gegenübern umgehen. Orientiere dich etwas daran, bedenke ihren Stand und wo du dich einordnen würdest als Ausländerin. Männer und Jungen verdienen eher deinen Respekt als Frauen oder Mädchen. Ansonsten wüsste ich nicht woran du dich sonst noch orientieren könntest. Warum sich Nagisa wirklich gedanken darum machte, nun wohl auch weil diese Person freundlich war. Es wäre irgendwie ein wenig traurig wenn man die Ausländerin hinrichten würde weil sie nicht wusste das man einem Samurai Respekt entgegen zu bringen hatte. Es kam oft vor das die Krieger sich gekränkt fühlten wenn man sich nicht vor ihnen verbeugte oder ähnliches. In solchen Situationen war es ihnen unverständlicherweise nun mal erlaubt ihr Gegenüber zu töten. Sicherlich wusste Lilith dies aber schon, immerhin konnte sie Japanisch und daher waren ihr wohl auch einige Regeln und gegebenheiten bekannt. Nagisa sah es deshalb nicht als notwendig an sie noch weiter darauf hinzuweisen. Außerdem wollte sie langsam nicht noch mehr Zeit von der Politikerin verschwenden, sicherlich gab es wichtige Dinge für sie zu tun. Somit erwartete sie eigentlich schon gleich das die Frau sich von dannen machen würde.

_________________
~判決 Du verurteilst den Dieb solange du genug zu essen hast 判決~

Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Lilith von Bismarck
avatar

Anzahl der Beiträge : 32
Anmeldedatum : 25.11.14

BeitragThema: Re: Der Markt im Westen   So Feb 01, 2015 2:20 am

Lilith hatte keine große Lust dieses Gespräch zu beenden. Wusste dieses Mädchen vielleicht doch noch mehr, wenn man sie nur weiter befragen würde? Aber selber wusste Lil auch nicht, wie sehr sie dem Mädchen selbst schaden würde, wenn sie weiter sprachen. Lilith fragte sich, wie lange das Gespräch noch dauerte. Oder noch dauern durfte. Wer kam als erstes in Schwierigkeiten, würden die beiden sich weiter unterhalten? Die Situation in welcher Lilith sich befand, war sehr fraglich, doch für sie hilfreich. Würde man sie aber auf ihren Stadtbesuch ansprechen, würde sie nichts von diesem Gespräch erzählen. Wie würden die anderen sie behandeln, würden diese wissen, mit wem Lilith sich unterhalten hatte? Diese Gedanke kränkte sie. Sie verstand diese Gesellschaft nicht, doch konnte sie es auch nicht nachvollziehen. Sie kannte die Geschichte nicht. Nicht komplett.
Nicht sonderlich freundlich ging die junge Diebin auf Lilith ein. Sie sollte es sich abgewöhnen? Vielleicht hatte sie wirklich recht und Lilith verhielt sich zu freundlich in diesem Land? Zurück in Preußen war sie um einiges Strenger gewesen, doch hier wollte sie die ganze Situation etwas ruhiger angehen, weshalb sie auch nur einer Wildfremden so freundlich war. Es war kompliziert. Sie wollte sich natürlich so verhalten, wie sie nunmal war, doch konnte sie auch nicht jedem so gegenüber sein hier. Wie würde das in Zukunft mit ihr aussehen? Sie konnte es sich leider nicht ausmalen. Sie konnte nur an sich arbeiten und die Zukunft damit in eine gewisse Richtung für sie lenken. Natürlich hoffte sie auf ein positiven Verlauf. Wenn sie durch dieses Gespräch noch genauer erfahren würde, wie sie sich zu verhalten hatte, dann hatte dies alles sogar noch mehr gebracht, als geplant. Doch, sollte Lilith nicht eigentlich ihren Dank noch besser zeigen, als einfach nur mit Worten? Wäre das nicht um einiges freundlicher? Sie hatte recht wenig Ahnung, was sie machen könnte, weshalb sie den Gedanken nach hinten schob. Dies machte sie auch, weil das Mädchen ihr explizit sagte, dass sie es unterlassen sollte.
An anderen Menschen orientieren. Würde sie dies einlernen, dann würde sie wohl recht einfach durch den Tag kommen. Das konnte sie wenigstens einigermaßen, auch wenn sie es eher vermeiden wollte. Solang es ihr half, gab es nichts dagegen einzuwenden. Doch war es das nun? War das Gespräch der beiden mit diesen Worten nun im großen und ganzen beendet? Lilith hatte von Anfang an wenig Lust auf dies hier, doch nun fiel es ihr schwer sich von diesem Gespräch los zu reißen. Aus irgendeinem Grund interessierte sie sich für das Mädchen. Diese eher kalte aber "einfache" Art von Nagi war interessant und Lil würde gerne Wissen wie sie zu so einer Person geworden war.
"Ich bedanke mich auch wieder hierfür. Dafür, dass ich dir nun eine Frage gestellt habe, sei es dir gestattet mir auch wieder eine zu Stellen, falls noch das interesse besteht. Dies wäre nur Fair von beiden Seiten." Dies war kein Mittel, um das Gespräch länger am Laufen zu halten, sie gab die Aussage wirklich von sich, weil sie wollte das dies alles in einem fairen Rahmen ablief. Sie ging immerhin davon aus, dass Nagi das auch in irgendeinerweiße wichtig war, denn das Gespräch hatte sogesehen schon in einem "Handel" von Informationen angefangen. "Ich hoffe, ich habe mit diesem Gespräch deine Zeit nicht verschwendet. Natürlich kann dieses Gespräch auch weiter gehen, doch habe ich die Befürchtung, dass dies für dich vielleicht nicht Vorteilhaft ist." Eine Diebin, die auch noch mit einer Ausländerin sprach? Das konnte keine positiven Folgen für Nagi haben. Lil wusste aber auch nicht, ob und mit welcher Art von Personen Nagi Kontakt hatte. Vielleicht war sie in einer Bande? "Ich möchte es gerne dir überlassen, ob dieses Gespräch fortgesetzt wird oder ob sich unsere Wege nun trennen." Dies war wahrscheinlich etwas zu freundlich, als auch etwas hart ausgedrückt.

_________________
"Japanisch~Reden"| Denken| "Japanisch~Flüstern"| "Englisch~Reden" |"Deutsch~Reden"
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen http://jxcold.blogspot.de/
Kusajishi Nagisa
avatar

Anzahl der Beiträge : 45
Anmeldedatum : 31.10.14

BeitragThema: Re: Der Markt im Westen   Do Feb 05, 2015 12:32 pm

Ob Nagisa wirklich recht hatte mit dem was sie sagte? Im Grunde konnte sie ja nur von den Kenntnissen reden welche sie doch selbst hatte. Eben das was sie als Kind gelernt hatte aber ob das noch immer so aktuell war und stimmte oder ob sich durch ihren eigenen Stand bei dieser Form etwas änderte. Es war schwer festzulegen, immerhin hatte die Diebin schon seit längerem auch nicht mehr wirklich mit jemand anderem gesprochen außer eben mit leuten ihres Standes. Alle anderen würden sie sowieso ignorieren, oder missbilligend sich von ihr abwenden. Dennoch konnten vielleicht einige ihrer Tipps der Fremden noch das Leben retten. Oftmals wandelte man hier auf einem schmalen grad zwischen Leben und Tod, insofern man nicht eine höher angesehene Position hatte, doch nun gut. Still blieb Nagi nach ihrer Kurzen erklärung, dabei dachte sie schon nach was sie nun wohl in bälde tun könne. Sicherlich wollte diese Lilith bald weg von hier und sich wieder ihren Tätigkeiten und ihrem Umfeld widmen. Doch nach kurzer Zeit des Wartens sprach Lilith einige Dinge welche die Diebin so doch sicherlich nicht erwartet hatte. Da sie eine zusätzliche Frage gestellt hatte, bot sie auch Nagisa eine weitere Frage an. Es war schon überraschend weil sie nie festgelegt hatten das beide die selben Anzahl an Fragen stellen durften, doch nun schien diese Person darauf erpicht zu sein. Nagisa jedoch hatte ein Problem damit, sie wusste keine weitere Frage. Oder fiel ihr spontan nur keine ein? Sicherlich gab es so viel das sie fragen konnte, doch irgendwie wollte ihr so recht nichts in den Sinn kommen. Sie könne natürlich einige persönlichere Fragen über Lilith stellen, doch sicherlich wollte sie sowas nicht hören und würde dies auch nicht beantworten. Andernfalls, was gab es nun noch?

Nun, wenn das so ist. Was denkst du über dieses Land seitdem du nun hier bist. Welche Eindrücke hast du? Es war eine sehr allgemeine Frage doch es war auch nicht eine leichte Frage, immerhin wollte sie etwas über Lilith Denkweise herausfinden. Wie sah sie dieses Land.....für eine Fremde die andere Situationen oder Regeln gewohnt war, hatte dieses Land sicherlich seine Positiven oder auch Negativen Seiten. Nagisa war irgendwie gespannt darauf wie die Blonde dies alles sah. Als diese Lilith jedoch weitersprach und davon anfing das es nicht zu “Nagisas Vorteil”wäre noch weiter mit ihr zu sprechen musste Nagisa doch etwas argwöhnisch das Gesicht verziehen. Für mich? Ich sagte doch schon...ich bin nichts wert in diesem Land. Meine Familie fiel in ungnade und ich bin im Grunde schon geschichte. Ich kann nicht weiter fallen, insofern ist es egal wer mit mir redet. Bei mir kann nichts weiter passieren, du solltest eher darüber nachdenken was die Menschen über dich denken können. Ich bin für die Leute hier eh nicht mehr existent. Im Grunde bin ich vor vielen Jahren schon gestorben. sprach Nagisa nur ehrlich ihre Worte. Es war keine negative Ansicht sondern schlichtweg die Wahrheit. Sie hätte schon damals sterben sollen das man sie geschnappt hatte und in den Kerker warf. Doch man hatte sie leben lassen, als eine Art letzter Gefallen den Kusajishi gegenüber. Dieser Gefallen war nun jedoch auch verwirkt.

Würde man sie nun fassen und für eine Tat, egal welcher form auch immer, verantwortlich machen....würde sie sterben. Dies war im Grunde ihr vorprogrammiertes Schicksal. Wahrscheinlich würde sie eh keine 3 Jahre mehr leben...irgendwann würde sie an Krankheit sterben, oder durch eine kurze unachtsamkeit würde man sie schnappen. Ob sie also nun mit Lilith redete oder nicht, änderte daran nichts. Auch habe ich nichts besseres zu tun. Was auch, ich lebe nur zum überleben, da ich gerade gegessen habe ist mein Überleben für diesen Tag gesichert...von daher habe ich jetzt im Grunde eh nichts mehr vor mir. Würdest du nicht hier sein würde ich wohl weiter versuchen an Geld zu kommen aber das brauche ich nicht so dringend derzeit. Ich habe genug um noch ein paar Tage zu leben meinte Nagisa nur während sie ihren Kopf in Richtung der Hauptstraße wendete wo man noch immer viele Menschen vorbei laufen sah. Viele konnte Nagisa heute noch erkennen. Leute die sie früher fast angebetet haben und nun war sie für diese nichts mehr wert. Du kannst tun was du möchtest, ich denke unser kleines Geschäft wäre damit sowieso abgeschlossen. Vielleicht solltest du dir eher sorgen um dich machen, als um jemanden wie mich. Egoismus,.....ja, sie hatte ihre Lexion gelernt. Hätte ihre Familie damals einfach darauf gepfiffen irgendwas tun zu wollen wäre alles gleich geblieben. Ob nun Kaiser....Shogun oder sonst wer, sie wären weiter eine größe in diesem Land gewesen und für ihre Schmiedekunst bekannt....doch das war nicht mehr machbar. Etwas mehr Egoismus und alles wäre anders gelaufen.

_________________
~判決 Du verurteilst den Dieb solange du genug zu essen hast 判決~

Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Lilith von Bismarck
avatar

Anzahl der Beiträge : 32
Anmeldedatum : 25.11.14

BeitragThema: Re: Der Markt im Westen   So Feb 08, 2015 11:34 pm

Sie wartete auf die Reaktion der jungen Diebin, ob dieses Gespräch nun so weitger gehen sollte oder nicht. Während sie darauf wartete, ging ihr durch den Kopf, wie man dieses Gespräch wohl sehen konnte. Gerne hätte sie die Reaktion ihres Vaters gesehen, wenn sie ihm sagen würde, dass sie sich mit einer Verbrecherin unterhalten hatte. Wie würde dieser wohl reagieren? So wie sie ihn kannte, würde er wahrscheinlich nur danach fragen, wie viel es ihr gebracht hatte mit dieser Person zu reden. Ob er sich überhaupt daran stören würde, dass es sich dabei um eine Verbrecherin handelte? In Lilith´s Magen machte sich über die Zeit immer mal wieder ein unangenehmes Gefühl in der Magengegend bemerkbar. Störte sie es selbst, dass Nagi im großen und ganzen keine vertrauenswürdige Person war? Im Grunde eigentlich nicht, doch ein mulmiges Gefühl hatte sie trotzdem. Schon ein bisschen komisch, dass sich diese Uneinigkeit in meinem Kopf ausbreitet. Dies sollte sie jedoch für den Moment erstmal, glücklicherweise, nicht weiter beschäftigen, denn Nagi sprang darauf an, dieses Gespräch weiter zu führen. Es ging weiter mit der Frage, welche Eindrücke sie von diesem Land bis jetzt hatte. Das war eine gute Frage, denn darüber hatte sie noch nicht nachgedacht. "Nunja, ich bin natürlich noch nicht lange hier und habe so etwas wie zum Beispiel öffentliche Hinrichtungen noch nicht gesehen. Die Landschaft, welche ich schon sehen durfte war großartig, doch das Verhalten der Menschen hier stört mich. Ich empfinde es als recht komisch, dass eine Diebin eher mit mir sprechen mag, als eine gewöhnliche Person." Dies war zwar hauptsächlich nur der Eindruck, welchen sie nun von ihrem heutigen Tag gesammelt hatte, doch das war ja nicht sonderlich wichtig. Davor erlebte sie eigenltich recht wenig, denn als sie "eingewiesen" wurde, hatte man auch nicht wirklich viel mit ihr gesprochen. Was möglicherweiße sogar recht gut war, denn dann hatte sie noch genug Zeit ihre Gedanken und Informationen zu sammeln und sich auf Gespräche vorzubereiten.
"Ich kann es mir leider nicht vorstellen, dass Menschen nicht mehr existent sein sollen. Deshalb habe ich dies auch gesagt, denn in unserem Land gibt es sowas nicht. Menschen können zwar gefühlt auf der untersten Stufe stehen, doch werden sie vom Land selbst noch immer aktzeptiert." So war sie nunmal aufgewachsen. Natürlich mied man ärmere Viertel schon auch im eigenen Land, doch wenn eine Person mal das Vergnügen hatte mit jemanden wie Bismarck zu sprechen, dann konnte eine Konversation schon gut funktionieren. Und erst recht konnten solche Menschen nicht ignoriert werden, wenn sie sich Abends einfach einer Gruppe von Leuten die sich betranken angeschlossen hatten. So konnte man schon etwas leichter Kontakte knüpfen. Oder man schloss sich einer politischen Bewegung an, davon gab es auch immer wieder welche, doch mit diesen hatte Lilith weniger zu tun, weshalb sie sich auch weiter dazu keine Gedanken machen konnte. Vieles davon war außerdem schon vor ihrer Zeit und alles in der Geschichte wusste sie natürlich nicht.
"Meine Aufgabe ist es, sich um das Volk zu 'sorgen'. Dabei denke ich auch an einzelne Personen wie dich. Aber ehrlich gesagt ist dies auch mein erstes Gespräch seit langem, mit einer Person des Volkes." Lilith folgte dem Blick der jungen Nagi, welche zur Hauptstraße blickte. Sie konnte nur Menschen sehen welche vorbei liefen und nicht verstehen was nun daran so wichtig war. Langweilte Lil sie oder hatte sie jemanden gesehen, wen sie kannte? Sie konnte es nicht sagen, weshalb sie wieder die junge Diebin anschaute. "Ich mache mir weniger Sorgen um mich, als um meine Gesprächspartner, solange ich diese in irgendeiner Art und Weise symphatisch finde. Zudem fällt es mir schwer mich an diese gesellschaftliche 'Regel' zu halten, menschliche Existenz zu ignorieren." Eindeutig, würde Lilith noch in Schwierigkeiten kommen, in diesem Land. "Ich muss in Zukunft mehr versuchen, mich in dieses Land zu integrieren, damit ich Probleme verhindern kann." Murmelte sie vor sich hin, was mehr einem Gedanken glich als einem Beitrag zu diesem Gespräch.

_________________
"Japanisch~Reden"| Denken| "Japanisch~Flüstern"| "Englisch~Reden" |"Deutsch~Reden"
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen http://jxcold.blogspot.de/
Gesponserte Inhalte


BeitragThema: Re: Der Markt im Westen   

Nach oben Nach unten
 

Der Markt im Westen

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben 
Seite 1 von 1

 Ähnliche Themen

-
» Haus am Markt
» FFG bringt eigene X-Wing tMG Playmats auf den Markt

Befugnisse in diesem ForumSie können in diesem Forum nicht antworten
Bakumatsu - Kyoto 1864 :: Das Rollenspiel :: Die Stadt Kyōto-